"Detlev, du kannst doch nicht deine Turnschuhe auf den Tisch stellen!", mahnte Horst Lichter in der Dienstagsausgabe von "Bares für Rares" im Scherz. "Was sollen denn die Leute denken?!" Experte Detlev Kümmel machte den Spaß mit: "Ich komme gerade vom Sport." Die Schuhe hatten natürlich andere mitgebracht: Christina aus Fellbach und Lorica, die aktuell in Rumänien lebt, hatten eine spannende Geschichte zu ihrem Mitbringsel. Lichter las neugierig die Aufschrift "Boris Becker" auf den Schuhen. Lorica erklärte, dass ihr Sohn wie Becker einst im Tennisverein in Leimen trainierte.

"Wir wohnten in der gleichen Straße wie die Eltern von Boris Becker", erzählte sie. Beckers Vater habe ihren Sohn vom Tennis gekannt und ihm die Schuhe geschenkt, so Lorica. Ihr Sohn machte zudem gern Fotos von dem Tennis-Star, nachdem er um Erlaubnis gebeten hatte. "Die hat er ihm geschenkt?", war Lichter beeindruckt. "Das finde ich sehr nett." Neugierig fragte er, ob Becker die Schuhe davor auch wirklich selbst getragen hatte. Lorica versicherte: "In einem Turnier, ich bin nicht sicher, wo." Eventuell in Australien, glaubte sie.

"Stimmt denn die Schuhgröße?", blieb der Moderator skeptisch. "44", bestätigte Kümmel. Das käme hin. "Allerdings kann ich keine Proben nehmen oder sicherstellen, dass sie von ihm getragen sind. Das geht nur durch die verbindliche Aussage." Kümmel sah Lorica an. "Es ist natürlich plötzlich ein ganz anderer Schuh, wenn ihn Boris Becker getragen hat, vielleicht bei einem besonderen Turnier oder auch nur im Training", dachte der Experte laut. Er hielt es für plausibel, dass Becker die Schuhe beim Training in Leimen getragen hatte.

"Das ist ein Weltstar, nach wie vor"

Was aussah wie eine Unterschrift auf dem Schuh, war lediglich ein Aufdruck, der zu diesem Modell von Diadora aus den 1990er-Jahren gehörte. Doch hatten die Verkäuferinnen auch ein Foto im Angebot, welches Becker beim Training zeigte. Ort, Datum und Name waren notiert. Allerdings nicht von Becker selbst, sondern von Loricas Tochter. Spannender war die Rückseite des Polaroids, wo Becker ein Autogramm gegeben hatte, das Detlev Kümmel für echt hielt. Sicher war für ihn auch, dass die Schuhe mehr als einmal benutzt wurden.

"Von jemandem, der sammelwürdig ist aufgrund seiner sportlichen Erfolge", so Kümmel. "Aber hallo! Das ist ein Weltstar, nach wie vor", begeisterte sich Lichter. Den Wunschpreis von 1.000 Euro bremste der Experte allerdings auf höchstens die Hälfte. "Da hat jemand seine Schuhe vergessen", kommentierte Daniel Meyer augenzwinkernd. "Nicht jemand", widersprach Benjamin Leo Leo. "Boris Becker?", vermutete Susanne Steiger. Benjamin Leo Leo bestätigte die These. "Habe ich am Geruch erkannt", scherzte Steiger.

"Ich sehe hier ein Foto, da müssen wir echt vorsichtig sein", mahnte Leo laut. "Da sind wahrscheinlich noch die Fingerabdrücke von Boris Becker drauf - und jetzt meine." Ob er das für eine Wertsteigerung oder einen Makel hielt, ließ er offen. "Wir sind ein bisschen am Rätseln", begrüßte Jan Cizek die Besucherinnen. "Sind die wirklich von Boris Becker?" Christina wiederholte, dass Beckers Vater die Tennisschuhe Loricas Sohn geschenkt habe.

"Hast du den Ball gespielt?"

Er hoffe, dass ihr Sohn "ein genauso großer Tennisspieler wird", soll der Vater der Tennislegende dazu gesagt haben. "Das hat leider nicht geklappt", so die beiden Damen. Ob die Schuhe einem Händler mehr sportliches Glück bringen würden? Walter Lehnertz bot zum Start seine typischen 80 Euro. "Dafür kann man ein Paar Turnschuhe kaufen", fand er. Daniel Meyer und Jan Cizek stiegen ein. Letzterer bot bald 220 Euro. Christina erklärte: "Das Foto ist auch dabei." Das machte Eindruck.

Daniel Meyer bot nun 300 Euro. Jan Cizek stieg aus, nachdem die beiden Rivalen sein Gebot von 390 überschritten hatten. Daniel Meyer gab erst auf, als Bejamin Leo Leo sagte: "Spiel Satz und Sieg - 500!" Die Verkäuferinnen waren einverstanden. "Das freut mich, wo ich doch früher selbst Tennis gespielt habe", dachte Benjamin Leo Leo laut. Jan Cizek hakte überrascht nach: "Du hast Tennis gespielt?" In jungen Jahren, erwiderte der Käufer.

"Hast du den Ball gespielt?", witzelte Walter Lehnertz frech. Die Damen waren ebenso zufrieden wie Benjamin Leo Leo. Ob er nun in die Fußstapfen von Boris Becker treten wird, blieb offen ...

Quelle: teleschau – der mediendienst