Die Mutter zweifache Olympiasiegerin und gefeierte "Gold-Rosi", der Vater sechsfacher Weltcup-Sieger im Slalom: Die Eltern von Felix Neureuther hinterließen im Ski-Sport tiefe Spuren. Entsprechend waren die Erwartungen an den heute 42-Jährigen groß. "Der Druck von außen war schon krass", fasste es Neureuther in der "Kopfsache"-Ausgabe des Podcasts "Wie geht's? Mit Robin Gosens" nun zusammen. Es sei nicht einfach gewesen, "wenn du immer verglichen wirst, dein Leben lang".
Nicht nur einmal habe er zu Beginn seiner Laufbahn aus seinem Umfeld gehört: "Der darf nur fahren, weil er Sohn ist von ..." Das habe Neureuthers Psyche ziemlich beeinflusst, wie er es Gastgeber Robin Gosens beschrieb: "Ich habe mich teilweise gar nicht mehr rausgetraut, weil ich mir dachte: Die Leute schauen mich an und belächeln mich." Diese Konfrontation mit Vorurteilen und Missgunst habe dazu geführt, dass sich der Skifahrer "ein bisschen verloren" habe.
Eigentlich sei er ein "optimistischer Mensch, der mit einem Lächeln durch die Welt läuft". In dieser schwierigen Zeit habe sich der Vierfachpapa jedoch teils gar nicht wiedererkannt: "Da war ich nicht ich selbst." Erst mit der Zeit habe er gelernt, die Negativität anderer nicht an sich heranzulassen. Das sei jedoch ein "langer Prozess" gewesen.
"Total bescheuert!": Felix Neureuther bereut dieses Verhalten bei der Heim-WM 2011
Im Austausch mit Robin Gosens blickte Felix Neureuther auch auf eine prägende Erfahrung zurück: die Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen. "Ich wollte alles perfekt machen, nichts dem Zufall überlassen", erinnerte er sich. Doch dann sei alles schiefgegangen. Trotzdem hielt Neureuther seinen Trainingseifer aufrecht: "Ich habe mich weggesperrt, ich wollte nur trainieren." Das habe allerdings nicht den erwünschten Erfolg gebracht, sondern eine ärgerliche Konsequenz nach sich gezogen: "Ich kann mich gar nicht mehr an die WM erinnern. Das ist total bescheuert."
Aus dieser Erfahrung habe Felix Neureuther aber eines gelernt, wie er im Podcast beschrieb: "Das ist nicht so, wie ich sein will." Die folgende WM 2013 ging der Skirennläufer deshalb ganz anders. Er habe bewusst den Kontakt zu den Fans gesucht, bereitwillig Fotos mit ihnen gemacht und Autogramme geschrieben. "Ich war ein anderer Mensch, ich war mit einem Grinsen am Start", erklärte Neureuther. Damals habe er erkannt: "So funktionierst du: Wenn du Freude und Spaß hast an dem, was du machst."
Quelle: teleschau – der mediendienst