Steht uns dank der Künstlichen Intelligenz (KI) eine glorreiche Zukunft und womöglich neuer Wohlstand in Deutschland bevor? An der Darstellung so mancher Spitzenpolitiker, hat Markus Lanz seine Zweifel. In den USA sei der große KI-Boom bereits jetzt schon vorbei, meint der ZDF-Moderator in der neusten Folge des Podcasts "Lanz + Precht" - und stellt eine, wie er selbst zugibt, "steile These" auf.
Diese lautet: "Der nächste amerikanische Wahlkampf könnte tatsächlich darauf hinauslaufen, dass der Politiker, der verspricht, die Bevölkerung vor KI zu schützen, KI fernzuhalten, am Ende das Rennen macht." Diese Vermutung gehe aus seinen Beobachtungen der letzten Wochen in den USA hervor. So ist Markus Lanz überzeugt: "Der große KI-Boom, die große KI-Euphorie - auch wenn man es an den Börsen noch nicht sieht -, ist komplett vorbei."
"Wir sind da relativ spät auf dem Zug"
In Deutschland sei das allerdings noch nicht angekommen. "Bei uns geht das antizyklisch genau da los, wo es woanders wieder ein bisschen runtergeht", sieht das Richard David Precht ganz ähnlich. Ob die KI womöglich "schon am Ende ist, bevor sie richtig begonnen hat", wie Markus Lanz fragt, das kann der TV-Philosoph so aber nicht bestätigen.
Dennoch sagt der 61-Jährige: "Wir Deutschen fangen immer an dann ganz begeistert von etwas zu sein, wenn das woanders funktioniert hat, und das ist dann meistens die Zeit, wo es dann bei uns vielleicht nicht mehr ganz so in dem großen Maßstab funktioniert." Zusätzlich stellt er fest: "Wir sind da relativ spät auf dem Zug."
Laut Richard David Precht bedeute KI "eine so grundsätzliche Umwälzung unserer Gesellschaft, über die wir nicht reden". Zwar werde vom wirtschaftlichen Erfolg geredet, aber viel zu wenig darüber, "was es sonst alles macht", so der Podcaster - "und das führt dazu, wenn man diese Dinge nicht thematisiert, dass die Leute davor anfangen, Phobien oder Ängste oder Panik zu entwickeln und das wiederum nützt natürlich denjenigen, die diese Ängste auffangen."
Die ganze Episode von "Lanz + Precht" gibt es unter anderem auf Spotify und Apple Podcasts sowie als Video-Podcast im YouTube-Kanal des ZDF.
Quelle: teleschau – der mediendienst