"Uiuiui!" Derart begeistert reagierte Horst Lichter auf ein schmuckes Duo, welches in der Dienstagsfolge von "Bares für Rares" für Furore sorgen sollte. Es gäbe "Geschichte", kündigte Wendela Horz kryptisch an. Sie hatte nicht zu viel versprochen ...
Lichter fragte Verkäuferin Ellen aus Königswinter, woher sie die Stabbroschen hätte. Die Dame erklärte, ihr verstorbener Mann habe diese von seiner Tante bekommen. Letztere hatte eine prominente Arbeitgeberin: Herzogin Maria von Württemberg. "Mein Gott!", war Horst Lichter beeindruckt.
Wendela Horz zitierte aus dem Testament, in dem die Herzogin ihrer Kammerdame für "ihre treuen sorgsamen Dienste in den langen Jahren" dankte. Sie solle neben dem Schmuck auch eine Pension erhalten, so die Handschrift der Herzogin. Zudem forderte sie die Erben auf, die Kammerdame "mit noch anderen Sachen von mir zu bedenken". Wendela Horz war begeistert: "Wie schön ist das?!" Dann verlas sie die komplette Liste der Vornamen der Adeligen ...
"Maria Immaculata Reinera Josefa Ferdinande Theresia Leopoldina Antoinette Henriette Franziska Karoline Aloisia Januaria Christine Philomena Rosalia". Extralange Vornamenslisten dienten in Adelskreisen einem bestimmten Zweck, wusste Horz. Die Vornamen signalisierten sowohl die eigene Ahnenreihe als auch die familiären internationalen Verbindungen. Erstklassige Verbindungen hatte die Herzogin auch zu einem sehr guten Juwelier: "Moritz Hübner aus Wien, quasi ihre Heimatstadt, sie war in der Nähe geboren".
Expertise übertrifft Wunschpreis von Verkäuferin deutlich
Beide Nadeln waren mit Smaragden und Rubinen und 20 kleinen Diamantrosen besetzt. "Die Rubine und Smaragde haben eine exquisite Qualität", so Horz. "Ja nu - war ja auch für eine Erzherzogin", sagte Lichter unbeeindruckt. Dann erkundigte er sich nach dem Wunschpreis der Verkäuferin.
Die 350 Euro von Ellen fand Horz zu bescheiden: Allein der Goldankaufswert lag bei über 500 Euro. "Die Broschen sind wunderschön, wir haben die Originalschatulle und eine belegte Provenienz", resümiert sie. Ihr Schätzpreis: bis 1.500 Euro. "Du hast ja ein Tränchen in den Äugelchen!", erkannte Horst Lichter und umarmte die überwältigte Ellen. Die Reaktion war verständlich: Die Expertise war viermal höher als die bescheidene Preisvorstellung! "Da hast du einen echten Schatz", war Lichter sicher.
"Ich habe eine kleine Kostbarkeit aus Wien." Mit diesen Worten stellte Ellen ihre Schmuckschatulle genau beim Richtigen ab: Denn Händler Wolfgang Pauritsch stammt aus Österreich. Schon bevor klar war, was sich in der Verpackung versteckte, war seine Kollegin begeistert. "Allein das Döschen ist schon schön", schwärmte Elke Velten. "Oh, die sind aber schön!", begeisterte sich Fabian Kahl für die Stabbroschen. "Höchste Qualität, sagt auch die Wendela", erzählte Verkäuferin Ellen stolz.
Durch was ist das belegt? Durch das Schriftstück?", hakte Fabian Kahl nach. Durch ein "handschriftliches Testament", versicherte Ellen. "Ganz, ganz toll", lobte Wolfgang Pauritsch. "Die Österreicher haben immer so eine Eleganz", dachte Kahl laut. "Und dann hast du mich kennengelernt", neckte ihn Wolfgang Pauritsch. "Und dann habe ich das alles wieder über den Haufen geworfen", scherzte Fabian Kahl zurück. Darüber konnte auch Pauritsch selbst lachen.
"Was für ein Topstück!": Händlerteam ist begeistert von Brosche
"Sie werden es gleich sein: Wir sind alle begeistert", kündigte Elke Velten an. Sie sollte Recht behalten: Wolfgang Pauritsch startete vierstellig - mit einem Gebot von 1.000 Euro! Velten kommentierte dies mit einem "Wow!" Anaisio Guedes, Velten und David Suppes stiegen ein. David Suppes bot bald 2.000 Euro. Anaisio Guedes ging unbeeindruckt auf 2.200 Euro. Die Gebote stiegen bis Suppes die 3.000er-Marke erreichte. "Madame, soll ich Ihnen einen Stuhl bringen? Sie fassen das gerade nicht so richtig", stellte Pauritsch fest. Ellen verneinte.
Dass es sie vom nicht vorhandenen Hocker riss, war nicht verwunderlich: Nicht nur der kleine Wunschpreis war längst überschritten, sondern auch die Expertise von 1.500 Euro. "Provenienz ist alles", kommentierte Fabian Kahl. Anaisio Guedes' letztes Gebot: 3.600 Euro. Deal! "Oh mein Gott, was für ein Topstück", schwärmte Suppes. "Unglaublich", stimmte Pauritsch zu. Guedes erklärte, er sei "glücklich, denn es ist die schönste Brosche, die ich jemals hier gekauft habe". Verkäuferin Ellen war mindestens genauso zufrieden: "Es ist der Wahnsinn!"
Krystyna und Roland erhofften sich in der ZDF-Trödelshow für ein bespielbares Spielzeug-Klavier 70 Euro. Deutschmanek schätze auf 250. Im Händlerraum spielte David Suppes den "Flohwalzer". Er bezahlte am Ende den doppelten Schätzpreis - 500 Euro. Silas und sein Papa Mario wünschten sich 400 Euro für das Bier-Werbeschild, doch Sven Deutschmanek nannte den Zustand "grenzwertig". Dennoch taxierte er auf 300 Euro. Händler Anaisio Guedes legte noch 10 Euro drauf.
"Wo ist das Gebäck?", kommentierte Lichter die Servierschale von Hanne-Lore. Sie erhoffte sich 600 Euro für das "nutzlose Erbteil". Colmar Schulte-Goltz erhöhte auf bis zu 750 Euro. Pauritsch bezahlte 1.000 Euro. Die Figur "Jäger mit Rehbock" von Royal Dux war ein Erbstück von Rebeccas Oma, das keiner haben wollte. Wunschpreis: 100 Euro. Experte Schulte-Goltz taxierte auf bis zu 280 Euro. Fabian Kahl bezahlte immerhin 200 Euro.
Quelle: teleschau – der mediendienst