Ein edles Etui begeisterte Horst Lichter in der Montagsausgabe von "Bares für Rares" (ZDF). "Horst, komm mal", rief Heide Rezepa-Zabel aufgeregt, als sie das außergewöhnliche Objekt auf ihrem Expertentisch entdeckte. Schon das edle Äußere begeisterte sie: "Ich liebe es, solche Etuis aufzumachen. Es ist immer eine Überraschung." Auch Horst Lichter zeigte sich beeindruckt und wusste: "Allein für diese Schatullen gibt es Sammler."
Doch der eigentliche Schatz verbarg sich auf dem königsblauen Samt im Inneren des Ziegenleder-Etuis. Beim Anblick der funkelnden Brosche rief Lichter "Oh, wow!" Rezepa-Zabel schwärmte: "Toll, toll, toll, toll, toll." Lichter war sich sicher: "Das war sicher nichts für den einfachen Arbeiter."
Die außergewöhnliche Brosche befand sich bereits seit Generationen im Besitz von Günthers Familie. "Das stammt von meiner Ur-Urgroßmutter", erzählte er und vermutete wegen der Herzform, dass diese das Schmuckstück zum Hochzeitstag geschenkt bekommen hatte. Rezepa-Zabel nickte, denn es handelte sich tatsächlich um sogenannten Symbolschmuck.
Horst Lichter staunt: "Ganz schön alt"
Auch die zeitliche Einordnung von Rezepa-Zabel passte zur Familiengeschichte. So sei das Stück zwischen 1860 und 1880 gefertigt worden. "Ganz schön alt", staunte Lichter. Solche Demi-Paruren seien damals vor allem im wohlhabenden Bürgertum sehr beliebt gewesen, erklärte die Expertin. Allerdings fehlten die ursprünglich dazugehörigen Ohrhaken.
Die Brosche aus 750er Gold steckte voller Symbolik. Neben dem Herz, das für die Liebe stand, zierte auch ein Dreieck das Schmuckstück. "Das ist eine ausgewogene Komposition, die für Harmonie und Dauer steht", so Rezepa-Zabel. Selbst die sieben Diamanten waren bewusst gewählt: "Sieben ist eine wunderbare Zahl in der Philosophie und im Christentum."
"Die Zahl steht für die sieben sichtbaren Planeten, für die sieben Tage der Schöpfungsgeschichte, für die Sieben-Tage-Woche und noch viele weitere Ideen, die sich hinter der Zahl sieben verbergen", erklärte die Expertin begeistert. Angesichts des überschwänglichen Expertenlobs setzte auch Verkäufer Günther seinen Wunschpreis selbstbewusst hoch an.
"Sind Sie denn ein Prinz aus Sachsen-Anhalt?"
Für den historischen Familienschatz erhoffte er sich 3.000 Euro. Der Goldwert lag laut Expertise derzeit bei rund 1.700 Euro. Insgesamt bewertete Rezepa-Zabel die antike Goldbrosche mit einem Diamantbesatz von insgesamt 1,2 Karat sowie dem "wunderbaren, authentischen, originalen Etui" auf 2.800 bis 3.000 Euro.
"Das sieht antik aus", bemerkte Susanne Steiger, als ihr im Händlerraum das Etui präsentiert wurde. Beim Öffnen der Schatulle war sie sich schnell sicher: "Und es ist auch antik drin." Mit einem Augenzwinkern wandte sich Daniel Meyer an den Verkäufer und fragte: "Sind Sie denn ein Prinz aus Sachsen-Anhalt, dass Sie so teure Broschen anbieten?"
Eine adlige Herkunft konnte Günther zwar nicht vorweisen, dafür jedoch die beachtlichen Details: Die nicht gepunzte Brosche bestand aus 18 Karat Gold. "Sehr schön", fand Steiger und bot 1.500 Euro. Es entwickelte sich ein Bietergefecht zwischen ihr und Fabian Kahl. Plötzlich stieg auch Christian Vechtel mit einem Gebot von 2.050 Euro ein. "Wow", war Steiger überrascht. Der Händler erklärte offen: "Normalerweise biete ich bei Broschen nie mit, aber antiker Schmuck reizt mich dann doch. Und das ist wirklich was Schönes." Doch Steiger blieb hartnäckig und erhöhte auf 2.100 Euro.
Der Verkäufer lehnte ab, denn sein Wunsch lag immer noch bei 3.000 Euro. "Das Problem ist, Schmuck aus der Zeit des Historismus ist nicht mehr so hoch im Kurs", erläuterte Kahl, auch wenn die Brosche "zum Niederknien" sei. Steiger erhöhte noch auf 2.500 Euro - und Günther akzeptierte schließlich.
Quelle: teleschau – der mediendienst