Neuauflagen und Fortsetzungen alter Stoffe haben in Hollywood seit Jahren Hochkonjunktur. Besonders umtriebig geht es im Horrorgenre zu, das ununterbrochen Remakes und Sequels hervorbringt. Eine Auffrischung bekam 2018 auch die 1987 von John McTiernan begründete "Predator"-Reihe, die von der tödlichen Bedrohung durch hoch entwickelte außerirdische Jäger erzählt. ProSieben zeigt den vierten Film der inzwischen siebenteiligen Hauptreihe als Wiederholung zur Primetime.
Dass ausgerechnet Shane Black "Predator - Upgrade" inszenieren durfte, passt wie die Faust aufs Auge. Immerhin trat der Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor einst in McTiernans Ursprungswerk als Mitglied einer von Arnold Schwarzenegger angeführten militärischen Spezialeinheit in Erscheinung.
In "Predator - Upgrade" lotst der kleine Rory McKenna (Jacob Tremblay) versehentlich eine besonders grausame und leistungsfähige Alien-Kreatur auf die Erde. Um die Menschheit vor einer Katastrophe zu bewahren, stellt sich Rorys Vater Quinn (Boyd Holbrook) mit einer bunt zusammengewürfelten Truppe aus psychisch labilen Ex-Soldaten und einer Biologin (Olivia Munn) der extraterrestrischen Spezies entgegen, die sich mit der DNA anderer Lebewesen aufgerüstet hat und daher noch klüger und gefährlicher ist als je zuvor.
Knallig-augenzwinkerndes B-Movie mit Trash-Appeal
Die alles andere als zimperlichen Kampfsequenzen - Körper werden des Öfteren zerteilt - sind routiniert in Szene gesetzt, haben aber nur wenige wirklich erinnerungswürdige Ideen zu bieten. Besonders hervorstechend ist die typische Shane-Black-Komik, die sich wie ein roter Faden durch die Wortgefechte des von Quinn angeführten dysfunktionalen Soldatenhaufens zieht. Neben einigen wirklich gelungenen Onelinern, die der absurden Gesamtsituation gebührend Rechnung tragen, bemüht das Drehbuch allerdings auch eine Reihe platter Witze und himmelschreiend dämlicher Dialoge.
Die Geschichte und ihre Figuren bleiben - standesgemäß, möchte man sagen - auf grobe Striche reduziert, wobei es fast schon wieder lustig ist, wie beliebig der Film mit Stichworten und Charakterklischees um sich wirft. Ein Vater-Sohn-Konflikt wird angedeutet, aber im Handumdrehen wieder aufgelöst. Rorys Autismus entpuppt sich als plumper Erzählkniff, bei dem auch die fiesen Schulmobber nicht fehlen dürfen. Baxleys (Thomas Jane) Tourette-Erkrankung dient lediglich als Running Gag. Und selbst der Klimawandel findet kurz Erwähnung, ohne dass dadurch ein reizvoller Überbau entstehen würde. Während der erste "Predator" noch als Parabel auf das Trauma des Vietnamkrieges gelesen werden konnte, ist Shane Blacks Fortsetzung bloß ein knallig-augenzwinkerndes B-Movie mit Trash-Appeal und deutlich geringerem Schockpotenzial.
Direkt im Anschluss an "Predator - Upgrade" wiederholt ProSieben auch das Crossover "Alien Vs. Predator 2" (ab 22.25 Uhr) aus dem Jahr 2007 - ein weiteres spezielles Kapitel in der Geschichte dieses kultigen Sci-Fi-Horror-Universums. Unklar ist derweil, wie die Zukunft der Filmreihe aussehen soll. Nach "Killer of Killer" und "Badlands" (beide 2025) könnte es demnächst noch einen dritten "Predator"-Film von Regisseur Dan Trachtenberg geben. Auch über eine Rückkehr von Arnold Schwarzenegger wurde in jüngerer Vergangenheit wiederholt spekuliert.
Predator - Upgrade - Mi. 01.07. - ProSieben: 20.15 Uhr
Quelle: teleschau – der mediendienst