"Das ist aber nichts für den kleinen Auftritt", zog das Schmuckstück Horst Lichters Blick sofort auf sich. Die "Bares für Rares"-Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel lächelte vielsagend: "Gefällt dir das?" Darüber musste Horst Lichter erst nachdenken: "Ich weiß es nicht." Zu welchem Outfit sollte der auffällige Raubtierkopf denn passen? Auf jeden Fall erinnerte er ihn an eine "berühmte Marke".
"Sicher, die hat es groß werden lassen", verwies Rezepa-Zabel auf Cartier. "Würde es diese ikonischen Vorbilder nicht geben, gäbe es vermutlich auch nicht die Assoziation zu diesen Köpfen", die als Symbole für Macht und Luxus galten. "Und auch als Figur der Eleganz." Was Horst Lichter außerdem überraschte: Wolfgang aus Riesa trug den Armreif selbst. Als Kunstsammler hat er einen Hang zum Außergewöhnlichen: "Das war mal ein Lustkauf im Internet gewesen. Gesehen, geliebt, gekauft, getragen und gemerkt, es ist doch ein bisschen übertrieben."
Ein Schnäppchen war das Schmuckstück jedoch nicht: "Es war teuer." Dennoch ging die Expertin von einer Wertsteigerung aus: "Da hat sich in den letzten vier, fünf Jahren der Goldpreis schon verdoppelt." Der zweifarbige Pantherkopf aus Gold und schwarzem Emaille war mit 58 Brillanten besetzt. "Das ist schon eine kleine Meisterleistung so etwas hier zu arbeiten", fand Rezepa-Zabel.
Händlerteam ist begeistert von opulentem Armreif
"Die Arbeit stammt aus Alessandria, einer Provinz in Italien", schätzte sie die Herstellung der Goldschmiedearbeit auf Ende der 1970er oder Anfang der 1980er Jahre. "Er ruht hier fast wie eine Sphinx. Er ruht ikonisch, majestätisch, wachend, überblickend", schwärmte die Expertin von der Darstellung des Raubtieres. Besonders gefielen ihr die "rosé-getönten Öhrchen".
Ob Wolfgang dafür "ab 5.000 Euro aufwärts" kriegen konnte? So viel hatte er zumindest bezahlt. "War völlig klar, dass Sie einen Gewinn machen", schätzte Rezepa-Zabel den Wert auf 7.000 bis 8.000 Euro. Schon beim Öffnen der Schmuckbox freute sich Lisa Nüdling: "Das ist ein Knaller! Wow!" Wolfgang Pauritsch (r.) meinte gleich: "Das können auch Herren tragen!"
"Ist es signiert und dann auch noch das, was ich denke?", vermutete Nüdling Cartier als Hersteller. "Nein!", lachte der Verkäufer. "Es ist nicht Cartier?", vergewisserte sich Daniel Meyer. Wolfgang schüttelte den Kopf: "Es ist italienisch." Trotzdem war Lisa Nüdling schock verliebt: "Wolfgang, das ist megatoll!" Die Käuferin stand somit fest und die beiden mussten sich nur noch auf einen Preis einigen.
"Den brauche ich in meiner Sammlung"
Es wurden 6.500 Euro "für den schönsten Armreif, den ich bei 'Bares' gekauft habe". Lisa Nüdling jubelte: "Ich mag genau sowas! Ich freue mich riesig!" Und Wolfgang konnte sich über 1.500 Euro Gewinn freuen. Ebenfalls verkauft wurden die Porzellan-Pinguine von Goebel Wilhelmsfeld aus der Zeit zwischen 1920 und 1936 mit einem Wert von 150 bis 200 Euro. Wolfgang Pauritsch bekam die Figur für 160 Euro: "Sind die entzückend!"
Der Diamantring mit einem Smaragd aus den 1930er Jahren war 1.600 bis 1.800 Euro wert. "Den brauche ich in meiner Sammlung", meinte David Suppes (l.) und gab sogar 2.150 Euro aus.
Werbung, Uhr und Lampe in einem - damit sprach das Werbemittel für Bali Zigaretten aus den 1950er Jahren viele Sammler an. Entsprechend hoch war der Schätzpreis von 200 bis 250 Euro. Da sich die Händler ein Bietergefecht lieferten, bezahlte David Suppes am Ende 360 Euro: "Da haben Sie mir eine Riesenfreude mit gemacht. Ich finde die wunderschön."
Quelle: teleschau – der mediendienst