In der Freitagsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" erweist sich ein Verkäufer als Scherzbold. Schon zu Beginn nimmt er den Moderator der Sendung Horst Lichter gewaltig auf den Arm. "Wie war dein Name?", fragt Verkäufer Bernt bei der Begrüßung nach. Doch das sollte nicht der einzige Gag bleiben.

Nach dem Scherz wird aber zunächst aus dem Nähkästchen geplaudert: Der 66-Jährige berichtet Horst Lichter und Gutachter Patrick Lessmann, der sein mitgebrachtes "Bares für Rares"-Objekt bewerten soll, von seinen Erfolgen bei Ultramarathons und seiner Zeit als Fallschirmspringer. Heute ist er in Rente.

Bernt vergisst vor lauter Plaudern fast, warum er eigentlich in der Trödelshow ist. Er möchte seine antike Menage aus 812er Silber verkaufen, die er im Internet erworben hat. Experte Patrick Lessmann schätzt den Wert des Stücks, das aus der Zeit zwischen 1860 und 1870 stammt, auf 400 bis 450 Euro. Das ist für Bernt in Ordnung, er wäre bereits mit rund 300 Euro zufrieden.

"Du bist so schlagfertig, du kriegst das schon geregelt", sagt Horst Lichter und entlässt den Verkäufer mitsamt der Händlerkarte, die einen Verkauf ermöglicht, zu den Händlern. "Muss ich das jetzt da rüber schleppen?", fragt Bernt mit Blick auf den Händlerraum. "Selbstverständlich - es lohnt sich", erwidert Horst Lichter heiter.

"Waldi" freut sich :"Jetzt krieg ich auch mal einen Kaffee ausgegeben"

Im Händlerraum angekommen, sind alle sofort von einer Sache ganz besonders begeistert: der Tasche, in der die Menage gepackt ist. Bernt hat sie selbst gemacht und sogar mit einer "Bares für Rares"-Gravur verziert. Die Tasche besteht aus Ziegenleder, erklärt Bernt. "Wow! Ehrlich?", staunen die Händler. "Das ist ja wie eine Handtasche. Ich biete exklusiv für diese Tasche", scherzt Händlerin Elisabeth Nüdling.

"Was ich noch mit zu bedenken gebe: Die Verpackung ist auch noch mit dabei." Bernt meldet sich noch einmal zu Wort, während Julian Schmitz-Avila und "Waldi" Lehnertz über den Preis der Menage diskutieren. "Waldi" kauft diese schließlich für 380 Euro.

Als der Händler Bernt dann das Geld für die Menage gibt, schiebt dieser im plötzlich einen Fünfer zu. "Dann holst du dir mal einen Kaffee bei euch", so Bernt. Der Antiquitätenhändler freut sich: "Jetzt krieg ich auch mal einen Kaffee ausgegeben." Fix steckt er das Geld in seine Hemdtasche: "Ihr geht in meine Kaffeekasse."

Kein Verkauf: Verkäufer trotzdem "erleichtert"

Doch auch andere Raritäten wurden verkauft: So kaufte die Händlerin Liza Kielon einen Keramik-Dekoteller aus Portugal. Obwohl der Teller leicht beschädigt ist, ergattert sie das ungewöhnliche Stück für 300 Euro.

Außerdem bringen Mutter Alice und Tochter Milena einen Ring und eine Veneziakette mit Anhänger zum Verkauf mit. Der aus 585er Weißgold bestehende Schmuck wurde in den 1970er-Jahren in Deutschland gefertigt. Mutter und Tochter erhoffen sich 1.000 Euro. Der Wert wird von Experte Patrick Lessner auf etwa 1.200 bis 1.400 Euro geschätzt. Julian Schmitz-Avila, der den Schmuck offensichtlich mag und ihn "sehr gerne" selbst behalten würde, verliert das Rennen gegen Elisabeth Nüdling. Sie erwirbt den Ring und die Kette aus den 1970er-Jahren, die mit 1,4 Karat Diamanten und 2,4 Karat Saphiren besetzt sind, für 1.300 Euro.

Verkäufer Franz-Josef bringt einen Farbsiebdruck auf einer Papiertüte mit. Er berichtet, dass er das Stück zu Beginn der 1990er-Jahre in einer Galerie in Hamburg gekauft habe. Der Druck stammt aus dem Jahr 1966 und ist von Andy Warhol. Franz-Joseph ist mit dem Ergebnis zufrieden: Obwohl der Rahmen nicht original ist, kann er das Stück für 1.650 Euro an den Kunsthändler Julian Schmitz-Avila verkaufen.

Zuletzt kommen noch Dieter und seine Frau Gabi in die Trödelsendung, um dort Dieters alte Puppe namens Hanno zu verkaufen. Horst Lichter findet Hanno besonders "süß". Der typische Knopf im Ohr zeigt, dass es sich bei der Gliederpuppe um ein Stück von Steiff handelt. Der Wert des Spielzeugs wird von der Expertise auf etwa 200 bis 250 Euro geschätzt. Es dürfte zwischen 1919 und 1921 entstanden sein. Der Zustand ist für das Alter gut, allerdings fehlt die originale Kleidung.

Dieter hat sich eine Schmerzgrenze von 200 Euro gesetzt, doch keiner der Händler ist gewillt, ein derart hohes Gebot abzugeben. Schließlich entscheidet er sich. Er nimmt seinen kleinen Hanno wieder mit in den Schwarzwald. "Ich bin irgendwie erleichtert. Wenn er jetzt weg wäre, würde ich mit einem anderen Gefühl nach Hause fahren", verrät er.

Quelle: teleschau – der mediendienst