Die ehemalige Zweitplatzierte von "Deutschland sucht den Superstar" steht vor einem wichtigen Moment ihrer Karriere. Sarah Engels gewann am Samstag (28. Februar 2026) den deutschen ESC-Entscheid mit ihrer heißen Darbietung des Songs "Fire". Nun wächst die Spannung, wie ihr Auftritt beim Eurovision Song Contest am 16. Mai in Wien beim Publikum ankommt.

Neben großer Begeisterung und Unterstützung für die 33-Jährige macht sich in den sozialen Medien Skepsis breit. "Kopie von Eleni Foureira mit 'Fuego' (Zypern 2018) und Nutsa Buzaladze mit 'Firefighter' (Georgien 2024)", lautet ein Kommentar unter einem Instagrambeitrag der deutschen ESC-Seite.

"Nichts Kreatives Neues": Kritik an deutschem ESC-Song

"Sarah Engels hat sich bei allen Liedern bedient, sei es Songtext oder Performance. Sie hat hier nichts Kreatives Neues geschaffen, wie zum Beispiel letztes Jahr Abor und Tynna mit dem iconic Song BALLER, sondern sich bei allen Sachen bedient und einen 08/15-Song geschrieben", so die weitere Erklärung zu dem Kommentar. Tatsächlich haben die drei Performances einiges gemeinsam. Eine Frau mit wallender Mähne und knappem Outfit singt solo ein energetisches Lied zum Thema Feuer. 

Sarah Engels zeigt beim ESC in Wien ihre neue Single "Fire".
Britta Pedersen/dpa

Auch die Tänze und Farben der Bühnenshow ähneln sich. Alle Texte behandeln Facetten der Themen Stärke und Liebesbeziehung. Nutsa Buzaladze belegte 2024 jedoch lediglich Platz 21, Eleni Foureira 2018 immerhin den 2. Platz. "Glaubst du wirklich, dass Sarah Engels den Song geschrieben hat?", erwidert ein Mann. "Sie wird ein bisschen was zum Text beigesteuert haben, worum es inhaltlich gehen soll, und den Dancebreak hatte sie noch vorgeschlagen, produziert haben das aber letztlich andere", meint er zu wissen.

Laut Beschreibung des Liedes auf dem Youtube-Kanal von Sarah Engels wurde ihre neue Single von ihr selbst sowie von Valentin Bös, Dario Schürmann, Raphael Lott und Luisa Heinemann geschrieben. Neben Skeptikern hat Sarah Engels' Auftritt viele begeistert: "Das Lied ist perfekt. Die Stimme ist perfekt", lobt ein Mann auf Instagram. Auch ist zu lesen: "Sie hat die Stimme, die Tanzskills und den Look. Beste Entscheidung für Deutschland" und ein anderer Kommentar geht auf die große Kritik der Deutschen am Song von Engels' Vorgängern ein: "Baller wurde auch extrem viel gehatet. Vielleicht würde unser Beitrag besser ankommen, wenn wir es nicht so fertig machen würden."

ESC-Experten skeptisch: "Vorhersehbar und nicht sonderlich originell"

"Ich bin mir nicht so sicher, ob das für Deutschland die beste Wahl war", sagt ESC-Experte Marcel Strober im Podcast "ESC Update". Er befürchte, dass Deutschland mit Sarah Engels "ein bisschen in diese 'Lord of the Lost'-Falle tappen." Die Band belegte 2023 beim ESC den letzten Platz für Deutschland. "International gab es das schon ein bisschen häufiger und vielleicht auch ein bisschen frischer." Thomas Mohr stimmt zu: "Dieser Song ist vorhersehbar und nicht sonderlich originell." Er habe den Eindruck, dass das Konzept einer Sängerin und einer Gruppe Tänzerinnen inzwischen fast schon ausgestorben sei.

Dennoch ist sich Strober sicher, dass Engels' Charisma und ihr Star-Appeal beim ESC ankommen werden. Auch auf ihre "gute Stimme" könne man sich verlassen. Er wünsche sich für den Auftritt schließlich noch eine stärkere Bühnengestaltung.