Es war ein Duell, das allen in der "Höhle der Löwen" den Atem raubte. "Ich bin platt", sagte Judith Williams voller Anerkennung, als in jeweils nur 60 Sekunden zwei noch minderjährige Jungunternehmer ihre Geschäftsideen vorgestellt hatten. "Battle" heißt dieses recht neue Element in der erfolgreichen Gründershow bei VOX. Nur ein Duellant bekommt die Chance, danach länger zu präsentieren. Janna Ensthaler sprach allen Anwesenden aus der Seele, als sie meinte: "Ich finde beide toll."

Spannend klang es ohne Frage, was sowohl der 16-jährige Philipp mit "Jimmy", einer Digital-Lösung zur Bewerbung von Ausbildungsplätzen, als auch sein Battle-Kontrahent Christopher mitgebracht hatten. Der 17-jährige Österreicher bewarb im Schnelldurchlauf sein mit ein wenig Hilfe durch seinen Vater umgesetztes Unternehmen "Peak Protect". Dahinter steckt eine einfache, aber überzeugende Lösung: eine Stahlschnur-Sicherung zur Anbringung an Handys respektive Handy-Hüllen.

"Renn mal nicht gleich aus dem Studio raus - ich finde das toll"

Drei von fünf potenziellen Investoren gaben nach dem "Battle" Christopher den Vorzug, taten sich aber sichtlich schwer, damit Philipp aus dem Rennen zu werfen. Carsten Maschmeyer sagte: "Renn mal nicht gleich aus dem Studio raus - ich finde das toll!" Ob es wohl doch noch eine Lösung geben könnte?

Zunächst einmal schlug sich der "Peak Protect"-Gründer grandios, als er zum eigentliche Pitch übergehen durfte: Der junge Mann, der noch zur Schule geht, machte schnell deutlich, wofür er einsteht. Es ist ein Konzept, für das er 75.000 Euro (im Gegenzug für ein Viertel an seiner noch jungen Firma) haben wollte. Zusatzanreiz: Über Social Media hatte er bereits viel Aufmerksamkeit auf seinen Alltagsproblemlöser gezogen, der ein Smartphone gegen Verlust oder Diebstahl absichern soll. "Peak Protect" verkauft sich bereits erfolgreich - mit Potenzial nach oben. "Dein Auftritt ist wow", lobte ihn Judith Williams.

Christopher sammelte zwei konkrete Angebote ein - eines von Janna Ensthaler, ein zweites von Ralf Dümmel, jeweils genau zu seinen Konditionen. Den Deal machte der Handelsexperte Dümmel, der sich - selbst Vater von drei Söhnen - ganz begeistert von dem jungen Österreicher zeigte. Das beruhte auf Gegenseitigkeit, wie sich nun aufklärte: Dümmel war von Beginn an Christophers Wunsch-"Löwe".

Carsten Maschmeyer steht auf - und geht hinter die Bühne

Dann schlug noch einmal die Stunde von Carsten Maschmeyer. Er erinnerte daran, dass seine ursprüngliche Abschiedsbemerkung an den "Jimmy"-Gründer Philipp keine leeren Worte sein sollten. Der Star-Investor stand auf, ging hinter die Bühne und führte noch einmal ein sehr kurzes, aber sehr zielführendes Gespräch mit dem 16-Jährigen. "Das gab's auch noch nie", staunte Judith Williams.

Man wurde sich schnell einig: Maschmeyer, der Digital-Ideen, aber eben auch überzeugende Persönlichkeiten schätzt, kaufte sich für 80.000 Euro 20 Prozent am Start-up "Jimmy". Was erstaunte: Philipp hatte erzählt, dass er sich schon mit zwölf Jahren angefangen hatte, sich selbst das Programmieren beizubringen. Klar, dass man so ein Talent nicht ohne Deal heimschicken durfte.

Quelle: teleschau – der mediendienst