Jeder Kinofan weiß: Neue Kinofilme starten in deutschen Kinos immer an einem Donnerstag - auch wenn es sich dabei um einem Feiertag handelt (in dem Fall sind Kinostarts sogar besonders lukrativ). Älteren Kinogängerinnen und Kinogänger werden sich aber vielleicht noch daran erinnern, dass nicht immer so war. Erst am 8. August 1985 wurden mit den Starts des letzten Bond-Films mit Roger Moore, "James Bond 007 - Im Angesicht des Todes" (Samstag, 30. Mai, 20.15 Uhr, VOX) und "Susan... verzweifelt gesucht" mit Madonna, Kinostarts in Deutschland einheitlich auf einen Donnerstag gelegt.
Kinostarts an einem Donnerstag wegen Mundpropaganda
Den Donnerstag als Tag für Kino-Premieren in Deutschland festzulegen geschah auf Anregung des Hauptverbandes Deutscher Filmtheater (HDF). Dieser versprach sich davon ein einträglicheres Wochenend-Geschäft. Wer am Donnerstag einen neuen Film im Kino gesehen habe, konnte Kolleginnen und Kollegen am Freitagmorgen auf der Arbeit frisch davon erzählen und so Werbung für den Film machen, so die Überlegung. Die Mundpropaganda würde dann für mehr Kinobesucherinnen und Kinobesucher am darauf folgendem Wochenende sorgen.
Seit Anfang 1983 starteten Kinofilme in deutschen Lichtspielhäusern zuvor immer am Freitag. Eine Mundpropaganda konnte so auf der Arbeit oder auf dem Schulhof nicht am nächsten Tag weitere Besucherinnen und Besucher in die Kinos locken. Vor 1983 gab es sowohl freitags als auch donnerstags Kinostarts in Deutschland. Nachahmer fand die Vorgehensweise nicht: In den USA starten neue Filme bis heute immer noch freitags.
Quelle: teleschau – der mediendienst