In der Innenstadt von Saarbrücken hat es sich die Musikwissenschaftsstudentin Greta (22) in einer Dachgeschosswohnung gemütlich gemacht. Sie "hasse es, vorzuspielen", aber ganz vielleicht bekommen die "Das perfekte Dinner"-Gäste am Abend eine kleine Kostprobe von Gretas Klavierkünsten. Durch die Arbeit auf dem Stadtbauernhof befasst sie sich intensiver mit Lebensmitteln: "Was ist denn gerade saisonal vorhanden? Das kriegt man ja manchmal gar nicht mehr so mit, weil ja in den Supermärkten immer alles angeboten wird." Seit neun Jahren isst Greta schon kein Fleisch mehr, "mittlerweile habe ich auch gar nicht mehr das Bedürfnis". Dementsprechend serviert sie ein vegetarisches Drei-Gänge-Menü:
- Vorspeise: Auberginen-Ziegenkäse-Törtchen mit karamellisierten Zwiebeln, begleitet von einem frischen Salat
- Hauptspeise: Hausgemachte Ravioli mit Kürbis-Maronen-Füllung, geschwenkt in Pilz-Salbei-Butter
- Nachspeise: Kokostörtchen mit Mango-Maracuja-Eis
"Ich hatte in Italien so einen Pasta-Kurs gemacht", kennt Greta eine bestimmte Technik der Teigzubereitung direkt auf der Tischplatte. "Deswegen mache ich das jetzt auch einfach mal genau so." Doch die Eier entwischen aus der Mehlkuhle, und die Sauerei beginnt. "Ok, jetzt fängt es mit dem Chaos schon an", versucht sie schnell, die Eier wieder einzufangen.
Zeit für ein Käffchen
"Chapeau, dass die Greta an dem Format mitmacht mit ihren 22 Jahren", zollt Sandra (52) der jungen Gastgeberin allen Respekt. "Mit 22 habe ich eher die Ravioli aus der Dose geöffnet", beeindruckt Diana (33) der Hauptgang.
Nach den Vorbereitungen bleibt Greta sogar noch Zeit für einen Café-Besuch bei Freundin Miri, die Greta zur "Dinner"-Teilnahme inspiriert hat. Nervosität? Keine Spur. "Sie hat locker gewirkt, freundlich, total herzlich", beschreibt Manuel (34) Gretas entspannten Empfang der Gäste.
Salat mit "mehr Dressing gewünscht"
Mit dem Salat-Dressing konnte Greta schon die Kinder auf dem Bauernhof begeistern: "Dann haben tatsächlich alle Kinder Salat gegessen, was eigentlich fast nie der Fall ist. Es wurde sehr oft gesagt: bisschen Salat, aber ganz viel Soße." Diana (33) gibt dem Ziegenkäse eine Chance, hat aber "wieder gemerkt, dass es leider nicht mein Geschmack ist". Ansonsten hält sie es wie die Kinder: "Ich hätte mir auf dem Salat ein bisschen mehr Dressing gewünscht."
Sehr beeindruckt sind die Gäste hingegen von der Wohnung. "Für so eine junge Frau so eine schöne Wohnung - wenn ich mir überlege, wo ich mit 22 gewohnt hab. Phänomenal", schaut sich Sandra im ausgebauten Dachgeschoss um. "Solche Wohnungen kennt man eher selten aus der Innenstadt", meint Mit-Saarbrücker Timo (35).
Jeder hat andere Pasta-Vorlieben
Am Tisch werden die Pasta-Vorlieben diskutiert. Während Manuel kein "al dente"-Fan ist, dürfen die Nudeln für Timo und Sandra nicht zu matschig sein. "Die Nudeln sind meiner Meinung nach sehr gut", segnet Timo Gretas Ravioli ab. "Für mich sind sie zu hart", meint hingegen Manuel. An der Konsistenz kann Sandra nichts aussetzen, aber "sie sind leider ein bisschen zu kalt". Manuel stellt fest: "Das ist ein schwieriges Thema."
Zwischen den Gängen wünscht sich Sandra eine kleine Showeinlage am Klavier. Greta zögert: "War heute ein sehr stressiger Tag. Vorspielen ist auch immer Stress." Sandra bietet an: "Wenn jemand mitsingt, ist es dann vielleicht besser?" Manuel macht den Vorschlag: "Diana singt, und Timo tanzt."
Weniger Boden, mehr Creme
Kokostörtchen wären für Timo "eins der letzten Sachen, die ich mir aussuchen würde". Und wie schmeckt es ihm? "Ich war positiv überrascht." Manuel hätte lieber weniger Boden und mehr Creme gehabt. Apropos Creme: Spricht man das "Krehm" oder "Krähm" aus? Die Saarländer sind ganz klar für die Aussprache mit "ä".
"Der Abend mit meinen neugewonnenen Freunden war perfekt", findet Sandra - wenn auch nicht das Essen. Dafür geben die Gäste 27 Punkte, womit Greta keine Chance mehr auf den Wochensieg hat. Und trotzdem setzt sie sich am Ende des Abends noch ans Klavier und lässt sich von Diana gesanglich begleiten.
Quelle: teleschau – der mediendienst