"Frieden ist etwas für Frauen. Und für die Schwachen." Starke Worte aus einem großen Film. Der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen hatte rund 130 Millionen Dollar zur Verfügung, um den Trojanischen Krieg auf die Kinoleinwand zu bringen - ganz sicher mit der Vorgabe, endlich wieder ein Kinoereignis für Hollywood zu schaffen, das sich nicht auf aktuelle Trends verlässt, sondern zeitlos seinen Platz in der Filmgeschichte innehaben soll. Über weite Strecken ist ihm dies gelungen. Mehr als vier Millionen Zuschauer sahen "Troja" (2004) in den deutschen Kinos. Nitro wiederholt den Film nun zur besten Sendezeit, am Dienstag, 2. Juni, um 20.15 Uhr.
Troja, Achilles - zwei Namen, mit denen die ganze Welt etwas zu verbinden vermag, die perfekte Grundlage für einen großen Erfolg. Der Film geht auf die Geschichte der "Ilias" zurück, ein Altertumsepos, das dem Dichter Homer zugeschrieben wird und dessen Grundzüge alles mitbringen, was gestern wie heute Basis eines klassischen Dramas war und ist.
Bemerkenswertes Stück Historienkino
Brad Pitt ist Achilles, jener Krieger, der für Agamemnon, König von Mykene, gegen Troja anrannte. Eine Rolle, wie sie schöner nicht sein könnte: Getrieben von Eitelkeit und der Sehnsucht nach Ruhm, macht er sich auf in den Kampf und bleibt dabei ein ewiger Rebell. Achilles wendet sich stets gegen Agamemnon (Brian Cox), trifft eigenmächtige Entscheidungen, doch der König weiß, dass er auf seinen größten Krieger nicht verzichten kann.
Vor Troja steht die Armee wegen der Liebe. Paris, Prinz von Troja (Orlando Bloom), führt eine heimliche Beziehung zu Helena (Diane Kruger), Frau des Königs Menelaos von Sparta (Brian Gleeson). Die Friedensverhandlungen zwischen beiden Seiten sind weit gediehen, doch dann entführt Paris seine Geliebte. Die Trojaner werden verfolgt, bis vor die Tore ihrer Stadt.
Zwei größere Schlachten lässt Wolfgang Petersen folgen, der Regisseur inszenierte die Auseinandersetzung glücklicherweise nicht im Sinne eines blutigen Gemetzels. Vielmehr setzte er auf gewaltige Bilder - seine Armeen wurden größer als alle, die zuvor gezeigt wurden. Dazu die imposante Kulisse der sagenumwobenen Stadt, die man auf Malta wieder auferstehen ließ.
Bis in die Nebenrollen (unter anderem mit Peter O'Toole als Trojas König Priamos) exzellent besetzt, ist Wolfgang Petersens Mammutwerk trotz einiger Längen ein bemerkenswertes Stück Historienkino. Mag es ihm bisweilen auch etwas an inhaltlicher Tiefe fehlen, so überzeugt es doch durch seine ehrliche und kompromisslose Inszenierung, die konsequent auf den Massengeschmack ausgerichtet ist.
Quelle: teleschau – der mediendienst