Bei "Markus Lanz" wetterten Gäste wie Sportjournalist Marcel Reif gegen die Kommerzialisierung des Fußballs. Journalist Robin Alexander zog derweil Parallelen zwischen dem Sport und der Politik und erinnerte an die Weltmeisterschaft 2006. Er erklärte, dass damals auch "ein Stimmungsumschwung in der Politik" spürbar gewesen sei.
Mit Blick auf die Gegenwart bremste der Journalist jedoch: "Jetzt haben wir ja noch gar nicht die Reformen, die werden ja erst - wenn wir Glück haben - in der nächsten Woche beschlossen. (...) Deshalb glaube ich, dass dieser Effekt 1:1 nicht funktioniert." Lanz wollte trotzdem in Bezug auf die 2006 beschlossene, "legendäre Steuererhöhung" wissen: "Ist das ein guter Moment, solche Dinge zu beschließen, wenn die Leute abgelenkt sind von Fußball? Und ist das auch sozusagen die direkte Linie, die zu den anstehenden Reformen jetzt führt?"
Robin Alexander blieb skeptisch: "Man darf das jetzt nicht überstrapazieren." Gleichzeitig räumte er ein, dass aktuell "über die Rentenreform" gesprochen werde. "Das erzählt sich schon zusammen", meinte der Journalist in Bezug auf Politik und Fußball. Während Lanz amüsiert schmunzelte, schlug Marcel Reif Alarm. Durch die Verteilung der diesjährigen WM über mehrere Länder werde das Turnier für Fans zur großen Strapaze, die mit riesigen Distanzen und vielen Flügen verbunden sei. Sein Urteil: "Das hat mit einer WM nichts zu tun. (...) Wo hat das eine eigene Identität noch?"
Ein weiterer Punkt: die hohen Kosten. Gerade bei Ticketpreisen sah der Sportjournalist eine Entwicklung, die nicht gut für den Fußball sei. "Das ist obszön! Das ist Wahnsinn! (...) Unsere Kinder kriegen wir so nicht mehr ins Stadion", so Reif deutlich. Er warnte: "Es geht in Dimensionen, die nicht mehr zu greifen sind. (...) Das hat mit irgendeiner Normalität nichts mehr zu tun."
Sehen Sie die Lanz-Sendung in voller Länge jederzeit bei https://kurz.zdf.de/LANZ/
Quelle: teleschau – der mediendienst