In der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" zeigte sich Horst Lichter ganz angetan von einem "tollen Paar". Die Expertise rührte den Verkäufer so sehr, dass ihm am Ende sogar Freudentränen kamen - mit so viel Anerkennung hätten sie "nie gerechnet".

Simone und Ernst aus Düsseldorf wollten eine Damenuhr verkaufen, die seit fast 50 Jahren in Familienbesitz war. Ursprünglich gehörte sie der ersten Ehefrau des Verkäufers, wie er erzählte - doch inzwischen wurde sie nicht mehr getragen. Für Expertin Wendela Horz waren solche Stücke echte "Wunscherfüller", ganz besonders dieses prachtvolle Exemplar.

"Was für ein tolles Paar"

Horz erkannte sofort die Marke Chopard - eine renommierte Manufaktur aus der Schweiz. Auch Lichter war beeindruckt und staunte, als er den großen Namen hörte. Horz datierte die Uhr aus 750er Gold auf die Zeit um 1960. Hintergrund: 1963 wurde Chopard vom Pforzheimer Karl Scheufele übernommen und laut Zertifikat war diese Uhr vorher entstanden.

Die schicke Uhr mit Handaufzug war aber weit mehr als nur ein Zeitmesser. Das Armband war aus runden Ösen aus massivem 750er Gold gefertigt und mit einem eingefrästen Borkenmuster verziert, "wie es damals sehr beliebt war", laut Horz. Auch der Zustand überzeugte: Die Uhr sei "einwandfrei", alle Glieder "super stabil".

Der Verkäufer wünschte sich 2.500 bis 3.000 Euro. Doch schon der reine Goldwert lag bei rund 4.000 Euro. Insgesamt taxierte Expertin Horz die Schmuckuhr auf 4.400 Euro - schließlich müsse man "groß träumen", fand sie. Der Verkäufer reagierte überwältigt, wischte sich eine Freudenträne aus dem Augenwinkel und staunte: "Wahnsinn - ei, ei, ei."

"Das freut mich unglaublich für euch beide", meinte Lichter sichtlich bewegt, als er die Händlerkarte überreichte. Während die beiden in Richtung Händlerraum aufbrachen, zeigte sich auch Expertin Horz gerührt und schwärmte: "Was für ein tolles Paar." Lichter formte nur seine Hände zum Herz, denn dieser Moment brauchte für ihn keine weiteren Worte.

"So viel haben wir nie erwartet"

Auch Händler Julian Schmitz-Avila ging aufgrund der 1960er-Jahre davon aus: "Das ist sicher in 18 Karat Gold gearbeitet." Und so legte er die "recht schwere Armbanduhr" gleich auf die Waage, um den Materialwert zu prüfen: 53,8 Gramm - wobei das Uhrwerk selbst kaum mehr als zwei Gramm ausmachte. Sein Einstiegsgebot: 3.600 Euro.

Die Marke Chopard war im Raum natürlich bekannt und wurde gelobt. Aber diese Art von Uhren aus den 1960ern waren häufig am Markt zu finden, erklärte Schmitz-Avila. Elke Velten und Liza Kielon boten dennoch bis 4.000 Euro mit - der Goldwert war also erreicht. Schmitz-Avila erhöhte noch auf 4.050 Euro.

"4.100 Euro kann man noch machen", erklärte Velten, als sie die Uhr am Handgelenk bewunderte: "Eigentlich sieht sie wirklich sehr hübsch aus." Das fand auch ihre Kollegin Kielon: "Sieht toll aus." Doch höhere Gebote von ihr blieben aus, "denn leider ist die Nachfrage nicht mehr so groß", so Kielon. Schmitz-Avila erhöhte aber noch auf 4.150 Euro.

"Wäre es ein 'Chopard'-Ring, würden wir ihnen den meistbietend unter den Nägeln wegziehen", führte Kielon aus. Velten meinte sogar zur Verkäuferin: "Den würden sie aber wahrscheinlich selbst gerne tragen." Doch Schmuckuhren aus diesem Jahrzehnt waren einfach nicht mehr modern und so beschloss Kielon: "Da bin ich raus."

Schmitz-Avila führte also mit 4.150 Euro und überlegte schon, vielleicht einen Farbstein anstatt dem Uhrwerk in das Armband setzen zu lassen. Das Verkäufer-Paar stimmte letztlich zu, denn sie fanden Schmitz-Avilas Gebot "einen ganz tollen Preis". Nach der Sendung bestätigten sie noch mal voller Freude: "So viel haben wir nie erwartet."

"Bares für Rares": Das waren die weiteren Objekte der Sendung

Als weiteres Objekt der Sendung wurde eine auf dem Flohmarkt gekaufte Buttermaschine von Detlev Kümmel auf 1910 bis 1920 datiert. Für das frühe Miele-Gerät wünschte sich der Verkäufer 30 Euro, geschätzt wurden 50 bis 100 Euro und Händler Markus Wildhagen zahlte schließlich 120 Euro.

Drei Rosenthal-Künstler-Teller von Eduardo Paolozzi, Tom Wesselmann und Salomé datierte Colmar Schulte-Goltz in die 1980er-Jahre. Der Wunschpreis lag bei 100 Euro, der geschätzte Wert bei 240 bis 300 Euro und Händler Markus Wildhagen kaufte die limitierten Teller (je 3.000 Stück) schließlich für 200 Euro.

Eine geerbte Brosche datierte Expertin Horz auf 1890 bis 1900 und in dem Porträt eine idealisierte Darstellung von Schönheit, keine konkrete Person. Der Wert für das Schmuckstück aus 585er Gold mit Perlen und Rubinen wurde auf 450 bis 500 Euro geschätzt, gewünscht wurden zwar 600 Euro, doch Christian Vechtel zahlte schließlich 400 Euro.

Reservistika (Krug und eine Feldflasche) um 1911 schätzte Experte Detlev Kümmel auf 450 bis 550 Euro. Für die Erinnerungsstücke aus der Reservistenzeit ihres Ur-Großvaters wünschten sich die Brüder 700 bis 750 Euro, doch im Händlerraum zahlte Christian Vechtel nur 400 Euro für beide Stücke.

Quelle: teleschau – der mediendienst