"Die Nato-Führungsmacht USA will andere Nato-Mitglieder bestrafen, weil sie Nato-Soldaten auf Nato-Gebiet entsendet haben", fasst Eva-Maria Lemke die Ereignisse der letzten Tage zusammen. Die Moderatorin des ZDF-"Morgenmagazin" findet: "Das ist schon einigermaßen irre."
Ihr Interviewpartner Norbert Röttgen scheint dies ähnlich zu sehen. Donald Trumps Grönland-Kurs erklärt sich der CDU-Politiker folgendermaßen: "Er möchte der Präsident sein, der das amerikanische Staatsterritorium größer gemacht hat als alle seine Vorgänger zuvor in 250 Jahren." Trump sei bereit, "alle Mittel" einzusetzen, um "dieses persönliche Ziel" zu erreichen und Grönland zu einem Teil der USA zu machen. Dies sei "inakzeptabel", stellt Röttgen klar. "Das müssen wir zurückweisen. Nicht nur in Worten, sondern auch in Taten."
"Wir dürfen uns auch nicht immer ins Bockshorn jagen lassen"
Der Außenpolitiker glaube nicht, dass Trump Grönland "einfach nehmen" könne. Aus diesem Grund setze der US-Präsident auf wirtschaftlichen Druck: Zuletzt hatte Trump Strafzölle gegen mehrere Länder angekündigt, darunter auch Deutschland. "Diesem Druck werden wir widerstehen und auch eigene Gegenmaßnahmen, wenn es notwendig sein sollte, ergreifen", betont Röttgen.
Um eine Handelsauseinandersetzung mit den USA zu vermeiden, müsse man in Deutschland und innerhalb Europas entschlossen auftreten. "Es geht in dieser Frage tatsächlich um notwendige Nüchternheit", sagt Röttgen. "Wir dürfen uns auch nicht immer ins Bockshorn jagen lassen. Nur weil er etwas will, bekommt er es noch lange nicht."
Deutschland und die EU müssten nun durch Taten "zeigen und beweisen", dass "wir Stärke besitzen und dass wir bereit sind, sie einzusetzen", fordert der CDU-Mann. "Wir brauchen den Willen zur Macht auch gegenüber den USA. Das ist völlig neu, aber wir brauchen ihn jetzt und wir müssen es endlich verstehen."
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Quelle: teleschau – der mediendienst