Eine zweimonatige Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin, aber auch höhere Zuzahlungen für Medikamente: Zuletzt hatten Union und SPD einerseits Entlastungsmaßnahmen in Bezug auf die Spritpreiskrise, andererseits Reformvorhaben - unter anderem beim Thema Gesundheit - vorgestellt. Zur Popularität der Regierung scheinen diese Ankündigungen nicht beigetragen zu haben.
Wie aus aktuellen Erhebungen des ZDF-Politbarometers hervorgeht, sind Bundesregierung und Bundeskanzler so unbeliebt wie noch nie. Demnach seien nur 27 Prozent der Befragten "insgesamt zufrieden" mit der Arbeit der schwarz-roten Koalition. 63 Prozent stellen der Regierung "ein schlechtes Zeugnis aus", heißt es zudem in der Meldung des Senders.
Friedrich Merz leiste satten 65 Prozent aller Befragten zufolge schlechte Arbeit. Auch bei der Frage nach den Sympathiewerten der deutschen Politiker fällt der Kanzler auf sein bislang schlechtestes Ergebnis. Befand sich Merz zuletzt noch auf Platz fünf im Ranking, fällt er nun auf den achten Platz.
AfD liegt im ZDF-Politbarometer erstmalig vor der Union
Unbeliebter sind demnach nur Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (ebenfalls CDU) und AfD-Chefin Alice Weidel. Die ersten drei Plätze hingegen belegen Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), der künftige Ministerpräsident Baden-Württembergs, Cem Özdemir (Grüne) sowie Außenminister Johann Wadephul (CDU).
Auch zum angekündigten Tankrabatt hat das ZDF nachgefragt: 47 Prozent begrüßen die vorübergehende Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin, 48 Prozent halten die Maßnahme nicht für gut. Ganze 91 Prozent der Befragten bezweifeln gar, dass die Mineralölkonzerne die Entlastung in vollem Umfang an die Verbraucher weitergeben werden.
Kleine Einbußen müssen Union und SPD bei der Sonntagsfrage verkraften. Mit jeweils einem Prozentpunkt weniger fallen die Regierungsparteien auf 25 Prozent (CDU/CSU) beziehungsweise zwölf Prozent (SPD). Erstmalig vor der Union liegt in der ZDF-Umfrage die AfD, die mit 26 Prozent als stärkste Partei aus der Befragung hervorgeht.
Die Umfrage wurde von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF durchgeführt. Die Befragungen fanden zwischen dem 14. und 16. April 2026 statt. Es wurden 1.366 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch und online befragt.
Quelle: teleschau – der mediendienst