Moderator Thilo Mischke (44) ist Ende Januar 2026 in einer neuen Doku-Reihe des ZDF zu sehen. Die Nachricht kommt durchaus überraschend, denn es ist der erste große TV-Job für den Moderator, nach seinem breit diskutierten Rausschmiss aus der ARD-Show "ttt - titel thesen temperamente".
Ein Rückblick ins Jahr 2024: Damals hatte die ARD Mischke zum Jahresende zum Nachfolger von Max Moor beim Kulturmagazin "ttt - titel, thesen, temperamente" ernannt. Doch die Neubesetzung löste eine Empörungswelle aus. Neben negativen Reaktionen im Netz gab es auch einen offenen Brief von Kulturschaffenden, die sich gegen Mischke als neuen Moderator aussprachen. Denn der Reporter stand wegen Sexismus- und Rassismus-Vorwürfen heftig in der Kritik. Im Fokus stand dabei vor allem sein Buch "In 80 Frauen um die Welt", das Mischke 2010 veröffentlichte.
Auch Äußerungen in seinem Podcast "Uncovered" zum Thema Vergewaltigung aus dem Jahr 2019 sorgten für scharfe Kritik. Mischke beklagte, die Aussagen seien aus dem Kontext gerissen. Die ARD reagierte dennoch auf die Kritik und warf den Journalisten raus.
Eine Wendung, mit welcher der Moderator privat extrem zu kämpfen hatte. Im Podcast von Matze Hielscher, "Hotel Matze", gestand er im Oktober 2025, dass er sich wegen der enormen Hasswelle und den Anfeindungen, die ihm entgegenschlugen, sogar das Leben nehmen wollte. Nicht nur er, sondern auch seine Familie habe extrem unter den hasserfüllten Nachrichten gelitten. Er berichtete von Panikattacken, Schlafstörungen und völliger Erschöpfung.
Thilo Mischke und Katja Riemann beleuchten ihre Familien-Geschichte
Inzwischen ist Mischke wieder für ProSieben tätig - und auch mit dem ZDF hat er für ein größeres Projekt zusammengearbeitet.
Wie der Sender mitteilte, wird Mischke in der Doku-Reihe "German guilt" zu sehen sein, die ab dem 21. Januar 2026 in der ZDF-Mediathek verfügbar ist. Dort befasst sich Mischke mit der NS-Diktatur und dem Umgang damit in deutschen Familien. Neben Mischke sind auch Schauspielerin Katja Riemann und Autorin Ronja von Rönne Teil des Formats und erforschen ihre eigene Familiengeschichte. Wie "DWDL" berichtet, entdecke Mischke so in der Doku unter anderem, dass seine Großmutter unehelich in einem Heim des SS-Lebensborn geboren wurde. Riemann befasse sich demnach mit dem Tod ihrer Großmutter, die im Jahr 1945 unter ungeklärten Umständen ums Leben kam und von Rönne mit ihrem Großvater, über dessen Vergangenheit niemand habe sprechen wollen.
Mische erklärt zu der Dokumentation: "In der Annahme, in meiner Familie gäbe es keine dunklen Geheimnisse, habe ich diese Recherche begonnen. Die Überraschung war groß - und die Erkenntnis, dass auch dort verheimlicht wurde, hat mich tief bewegt. Ich wollte mit gutem Beispiel vorangehen: Auch wenn man Unangenehmes erfährt, ist es besser, es auszusprechen, als es zu ignorieren."
(Wenn Sie selbst depressiv sind, Selbstmord-Gedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.)
Quelle: teleschau – der mediendienst