Die Likörflasche mit der tanzenden "kleinen Lady" war für Horst Lichter kein unbekanntes Stück. Er kannte sie aus früheren "Bares für Rares"-Sendungen. Deshalb lag sein Fokus in der Montagsausgabe der ZDF-Trödelshow woanders: Nachdem Expertin Annika Raßbach bestätigt hatte, dass sie sich "auch mit Schnaps auskennt", forderte er eine Verkostung ...

"Das kenne ich", gestand Lichter und erklärte Raßbach: "Da ist eine Spieluhr drin und dann tanzt die kleine Lady." Raßbach nickte zustimmend, verzog aber das Gesicht, als Lichter anmerkte, er kenne solche Flaschen auch mit Schlangen: "Da bin ich raus." Bei der Flasche samt Tanzpuppe aber, zeigten sich beide angetan einen Schluck zu wagen. Die Flasche war ungeöffnet - daher wussten auch Karin und Wolfgang aus Bad Kreuznach nicht, wie der Inhalt schmeckt. "Weiß ich nicht", gab der Verkäufer auf Lichters Frage zu. Umso gespannter war der Moderator, ob seine Expertin etwas über Schnaps wusste. Ihre Antwort kam prompt und selbstbewusst: "Aber sicher."

Lichter lachte herzlich, als er mit schelmischem Tonfall: "Na sicher dat" imitierte. "Die Antwort kam wohl zu schnell", entschuldigte sich Raßbach. Doch offensichtlich kannte sie sich wirklich mit Spirituosen aus. So erklärte sie, dass die renommierte Likörmanufaktur Firma Bols bereits 1575 eine Brennerei in Amsterdam gegründet hatte.

Seit 1970 durfte sich Bols sogar offiziell "eine der ältesten Brennereien der Welt" nennen. "Das ist eine Weltfirma - auch heute noch", so Raßbach. Zwischen den 1950er und 1970er Jahren brachte Bols immer wieder Sondereditionen heraus - darunter auch die "Bols Ballerina", die Wolfgang von seinem Onkel zum 50. Geburtstag geschenkt bekam.

"Das ist pure Dekadenz"

Doch die "Bols Ballerina" hatte noch ein besonderes Extra, das ihr den Namen Goldlikör verlieh: 22-karätiges Blattgold. Raßbach schüttelte die Flasche, sodass der Goldschimmer schwebte. "Wow, da ist echtes Gold drin", rief Lichter begeistert - anscheinend hatte er immer noch großes Interesse am hochprozentigen Inhalt.

"Das ist pure Dekadenz", schmunzelte Raßbach beim Anblick des Goldregens. Auch die Verkäufer staunten - von dem goldenen Inhalt ihres Likörs hatten sie bislang keine Ahnung. "Jetzt hattet ihr schon ewig einen Goldschatz zu Hause und wusstet es nicht", scherzte Lichter. Immerhin kannten sie die Spieluhr, die die Ballerina zum Tanzen brachte ... "Nach drei Gläsern tanzt die Puppe auch ohne Spieluhr", konnte sich Lichter vor Lachen kaum halten. Raßbach fügte hinzu: "Oder wir tanzen nach drei Gläsern einfach mit." Doch zurück zur Expertise: Laut Raßbach handelte es sich um ein frühes Exemplar aus den 1950er Jahren. Ein Hinweis darauf war die hochwertige Spieluhr aus der Schweiz von Reuge.

Wolfgang wünschte sich 50 Euro für die Flasche - doch das sei laut Raßbach nur der Wert der leeren Flasche. Für die Flasche inklusive des kaum verdunsteten Inhalts taxierte sie deutlich höher: auf 100 bis 150 Euro. "Wow", freuten sich die Verkäufer und machten sich direkt auf den Weg in den Händlerraum. Da kam Lichter eine Idee ... "In Zukunft müssen wir selbst verkosten", äußerte sich Lichter mit einem Augenzwinkern. Die Expertin stimmte lachend zu - schließlich diene das der fundierten Expertise. "Sonst weiß man ja nicht, ob der Likör noch in Ordnung ist", betonte Lichter. Und eine Flaschenöffnung durch ihn könnte den Wert laut Raßbach sogar noch steigern.

Im Händlerraum möchte Christian Vechtel die Flasche am liebsten öffnen, um das Gold aus dem Likör zu sieben. Davor bot Walter Lehnertz schnell 80 Euro. Auch er kannte die Flaschen und hatte in früheren Sendungen bereits "zwei Stück gekauft". Doch auch Markus Wildhagen und Friedrich Häusser interessierten sich für die "tolle Geschenkidee".

Susanne Steiger zahlt 600 Euro für Mikro-Mosaik-Brosche

"Sie dreht sich für mich", freute sich Wildhagen und überbot seinen Kontrahenten Häusser mit 160 Euro. Danach war Wildhagen Höchstbietender, doch der Verkäufer versuchte sein Glück und fragte: "Ein bisschen mehr für den Tanz?" Am Ende ging die Flasche für 170 Euro an Wildhagen - Tanz und Trank inklusive.

Als weiteres Sendungsobjekt datierte Expertin Bianca Berding einen galvanisch versilberten Tafelaufsatz auf 1900 bis 1925. Während der Wunschpreis bei 75 Euro lag, schätzte sie den Wert auf 150 bis 250 Euro - am Ende zahlte Walter Lehnertz nach Bietergefecht 460 Euro für das "tolle Stück". Eine Mikro-Mosaik-Brosche aus Familienbesitz datierte Heide Rezepa-Zabel auf 1800-1830. Der alte Schmuck war aus 750er Gold sowie aus feinen Glassplittern gefertigt und "sammelwürdig", laut Expertin. Für die Brosche wurden 300 Euro gewünscht, die Expertin schätzte 500-600 Euro. Im Händlerraum zahlte Susanne Steiger schließlich 600 Euro.

Zwei Korallenvasen des italienischen Keramikers Guido Andlovitz datierte Bianca Berding in den 1950er Jahren. Während der Wunschpreis bei 700-900 Euro lag, schätzte sie den Wert auf 400-500 Euro, da die Vasen nicht besonders selten waren. Im Händlerraum zahlte Susanne Steiger schließlich 400 Euro. Ein Weißgold-Ring aus den späten 1960er Jahren zeigte laut Heide Rezepa-Zabel einen großen Saphir aus Thailand, der von Diamanten (1,55 Karat) entouriert wurde. Die Verkäuferinnen wünschten sich 3.000 Euro. Doch die Expertin schätzte nur auf 800-1.000 Euro - daraufhin wurde der Ring wieder mitgenommen.

Quelle: teleschau – der mediendienst