Sein Leben ist Comedy. Seit über 40 Jahren steht Michael Mittermeier auf der Bühne. Zwischendurch fördert er junge Stand-up-Comedians in seinem "Lucky-Punch-Club" in München. "Man muss im Jetzt leben, und man muss schauen, dass man nicht in zwanzig 20 dasitzt und denkt: "Ach, hätte ich doch das gemacht oder jenes". Und grade jetzt ist so eine schöne Zeit", sagt Mittermeier am Freitagabend in der "NDR Talk Show".
Vor wenigen Wochen hat Michael Mittermeier seinen 60. Geburtstag gefeiert. "Wir haben eine geile Party gemacht in meinem Comedy-Club, also im Lucky Punch", erzählt er. "Wir haben Comedy gemacht. Freunde waren da, Wegbegleiter und Wegbegleiterinnen, und viele Comedians. Die haben mich dann geroastet, so wie sich's gehört. Die haben mich wahnsinnig beleidigt, und ich fand's Wahnsinn!" Die Show sei aufgenommen worden, sagt Mittermeier, und er verspricht: "Irgendwann werden wir sie zeigen." Dann würde man sehen: Mittermeier hat über jeden Gag auf eigene Kosten gelacht.
Nun widmet sich der Entertainer einem neuen Projekt widmen. Neben dem Lucky-Punch-Club in München hat er einen weiteren in Wien eröffnet. "Donnerstag war Premiere", berichtet er stolz. Um den Club in Wien habe sich vor allem seine Frau gekümmert. "Sie macht das unglaublich gut. Auch in München ist sie die Mama des Clubs. Da sind diese verschiedenen jungen Energien, diese upcoming Comedians, und jeder hat seine Fails, seine Krankheiten, psychisch wie körperlich. Für mich gibt es einen Grund für diese beiden Clubs: Ich möchte was aufbauen."
Michael Mittermeier fördert den Nachwuchs: "Da kann wirklich jeder kommen"
Das Konzept ist einfach: Junge Comedians melden sich und bekommen die Möglichkeit, bis zu eine Viertelstunde lang auf der Bühne zu performen. Vor Publikum. Bis zu sechs Comedians treten bei jeder Veranstaltung auf. Sie kommen aus ganz Deutschland. Manchmal kommen auch erfahrene Stars, um neue Programme auszuprobieren.
Mittermeier: "Wir spielen jeden Tag zweimal, am Wochenende dreimal. Und wir haben in München so ein tolles Team aufgebaut mit 15 Hoasts und Hoastinnen. Und es ist so geil zu sehen, wie die Comedians aufblühen, wenn Du ihnen eine tolle Bühne hinlegst. Der Club in Wien wird das Gleiche sein. Und das Schöne: Es gibt keine Altersbeschränkung. Unser jüngster Hoast in München, der Julio, ist 20. Der älteste Comedian ist 66. Der hat vor einem Jahr angefangen, Comedy zu machen."
Aus dem Programm hält sich Mittermeier raus. Dafür sind die Moderatorinnen und Moderatoren zuständig. "Die Hoasts suchen aus, wer spielt. Die kennen die Szene. Die wissen auch: Ich brauche mindestens zwei, die räumen immer ab. Die legen auch die Zeit fest. Die sagen auch schon mal: Da kommt ein Youngster, dem geben wir sieben Minuten." Aber dann gibt es auch noch die "open Mikes". Mittermeier sagt: "Da kann wirklich jeder kommen." Wichtig sind für ihn aber seine Abendshows: "Da lassen wir es richtig knallen."
"Da haben wir so einen alten, weißen Comedian gesehen ..."
Eine Regel jedoch gibt es in Mittermeiers Theater: "Die Jokes müssen neu sein. Keiner darf mehr als zwei Wochen alt sein. Viele Jokes werden zum ersten Mal gespielt. Manche aber auch zum letzten Mal."
Auf den neuen Club in Wien freut sich Mittermeier ganz besonders. Auch wegen des Humors der Österreicher. "Wenn in Deutschland zum Beispiel jemand zu einer Vorstellung zu spät kommt, ist ihm das peinlich und er entschuldigt sich. Der Österreicher kommt rein und sagt: 'Jöh, warum hat der scho' O'g'fangt?' Das ist eine völlig andere Energie."
Wer übrigens die Clubs in München oder Wien besucht, kann dort möglicherweise auch mal Michael Mittermeier auf der Bühne sehen. Das ist seine persönliche Überraschung und sein Dankeschön für seine Fans. "Und da muss ich dann auch liefern. In der Comedy ist die Währung der Lacher."
Für ihn sei das ideal, "denn je mehr ich mich in dieser jungen Szene bewege, umso leichter lerne ich auch deren Sprache. Ich kann gar nicht alt werden in der Comedy. Das würde nicht funktionieren. Meine Frau sieht das auch so. Da haben wir so einen alten, weißen Comedian gesehen, und sie sagte: 'Ich bin so froh, dass du kein alter weißer Mann geworden bist.' Auch wenn mein nächstes Programm "Old Boy" heißen wird."
Quelle: teleschau – der mediendienst