Bei Kolja (48) erhält der Begriff "Smart Home" eine neue Bedeutung: Zwischen strahlend weißen Flächen, liebevollen Deko-Elementen und frisch gebügeltem Outfit verströmt der stets wie frisch aus dem Ei gepellte wirkende Gastgeber elegante Aura. "Ein edler, feiner Kerl", schätzt ihn Alex (30) ein: "Ihn umgibt immer eine Wärme."
Sein Zuhause allerdings birgt eine deutliche Geräuschkulisse, wohnt Kolja doch in Essen-Werden, mitten in der Einflugschneise zum Flughafen Düsseldorf. "Irgendwann hört man es nicht mehr", zeigt sich Kolja entspannt. Zum Fluglärm und seinem, wie er sagt, "trockenen" Job als Kaufmännischer Leiter in einem "internationalen Unternehmen für Lacke" hat der Vater zweier Töchter im Alter von 10 und 14 Jahren nämlich genug Ausgleich.
Stolz präsentiert Kolja das von ihm selbstgebaute Baumhaus ("Leider wachsen die Mädels da langsam heraus") sowie die ebenfalls handgefertigten Kinderbetten ("Hat nicht jeder"). Und natürlich das Kochen! Da würde Kolja ("Man muss sich ja in Bescheidenheit üben") seine Kenntnisse als "solide" einstufen.
Motto: Meet and Greet im Ruhrgebiet
- Vorspeise: Orient trifft Okzident - Auberginen-Sandwich mit pikantem Tomaten-Ragout
- Hauptspeise: Ein Fjord in Mitteleuropa - Gebratene Fischfilets auf Erbsenpüree mit Radieschenpickles
- Nachspeise: Süße "Neue Welt" begegnet Europa und Fernost - Gefüllte Halbkugel mit weißer Schokoladencreme Himbeeren und Yuzu-Zitronen-Sorbet
"Die Miso-Mayo ist schön Umami"
Die bescheidene Einschätzung widerlegt gleich sein Freund Holger (59), der ihm als Großhändler frischen Steinbutt (und kichernd "für den Notfall" eine Packung tiefgefrorene Fischstäbchen) liefert: "Ich freue mich auf die Noten, die er bekommen wird." Denn eigentlich ist Kolja laut eigener Angabe "ein ehrgeiziger Mensch".
Daher auch seine Vorliebe für Molekularküche: Eine Komponente seines Desserts ist Zitronenkaviar. Dafür füllt er eine veritable Spritze mit einer Mischung aus Wasser, Agar-Agar, Zucker, Zitronensaft und Lebensmittelfarbe. Die gefährlich gelbe Masse injiziert er - Entwarnung! - in kaltes Sonnenblumenöl, worauf sich dekorative kleine Perlen bilden: "Meine Gäste wollen was Leckeres essen und keine Angst vor mir haben." Das Resultat gefällt ihm: "Ich liebe es, wenn ein Plan aufgeht", kommt doch wieder der Analytiker durch.
In puncto Gäste-Begeisterung passiert das auch. "Genau richtig gebraten" empfindet Wibke (53) die Auberginenscheiben zu Kichererbsen-Curry und selbstgebackenem Brot. "Die Miso-Mayo ist schön Umami", lobt Alex den Dip zum eingelegten und melierten Steinbutt: "Phänomenal!" Yase stimmt ihm im Prinzip zu - auch wenn ihr Fisch "etwas zu salzig" war. Das Dessert beamt vor allem Karo (36) richtig weg: "Oh Gott, ich weine gleich." Warum nur? "Ich liebe Yuzu", feiert sie das Sorbet. Und so lautet ihre Schlussfrage an den mit 36 Punkten kurz vor dem Finale führenden Kolja: "Und wann eröffnest du dein Restaurant?"
Quelle: teleschau – der mediendienst