Auf die Nennung seines Doktor- und Professor-Titels legte Christian Weiss keinen Wert, wohl aber auf seine Erfindung: Der Mathematik-Professor, der an der Hochschule Ruhr West in Mülheim beschäftigt ist, hat einen Simulator programmiert. "Der soll Joker-Strategien entwickeln, um hier bei uns in der Sendung möglichst weit zu kommen", glaubte "Wer wird Millionär?"-Moderator Günther Jauch.

Das bestätigte ihm der 41-Jährige. "Ich hatte mir angeschaut: In welcher Reihenfolge soll ich die Joker am besten spielen, soll ich besser drei oder vier Joker nehmen ..." Christian Weiss verriet: "Im Mittel habe ich es bei meiner Simulation etwas über die 16.000 geschafft." Zudem berechnete der Simulator ihm "eine einprozentige Chance, die Million zu gewinnen". Mit 10 Prozent Wahrscheinlichkeit bezifferte das selbstgebastelte Programm, "dass ich nur 500 Euro gewinne".

Günther Jauch kommentierte: "Das hört sich faszinierend an, aber das funktioniert doch nie." Dann wurde er trotzig: "Also ich werde alles dran setzen, Ihnen jetzt das Gegenteil zu beweisen."

"Ich halte mich nicht an die Ergebnisse meiner eigenen Simulation"

Den ersten Joker nahm der Professor bei der 4.000-Euro-Marke: "Was haben 'Wünsch dir was' von den Toten Hosen, Pink Floyds 'Another Brick in the Wall' und 'Never Forget' von Take That gemein?" Gitarrensolo, Kinderchor, kein Refrain, Klassik-Intro? Per Publikumsjoker förderte die Schwarmintelligenz im Studio zutage: 88 Prozent glaubten richtigerweise an den "Kinderchor".

16.000 wert: "Welche Farbe haben die reifen Früchte des Kaffeestrauchs für gewöhnlich?" Rot, Braun, Schwarz, Grün? Der 50:50-Joker reduzierte die Antwortmöglicheiten auf A und C. Christian Weiss tippte korrekt auf A. Damit hatte er die durchschnittliche Gewinnsumme, die ihm sein Simulator progronstizierte, bereits erreicht.

Zeit für die "Freischuss"-Frage, denn die 16.000 hatte der Mathe-Prof dank der Drei-Joker-Spielweise sicher. Und das, obwohl er sich nicht an die Reihenfolge gehalten hatte, die sein Programm ihm empfohlen hatte: "Ich halte mich nicht an die Ergebnisse meiner eigenen Simulation", gestand er. Darüber lachten Jauch und das Publikum.

So schlugen sich die anderen Kandidatinnen und Kandidaten

Die 32.000-Euro-Frage lautete: "Bei welchen Tabellennachbarn im Ranking der flächengrößten Länder der Erde ist der eine mehr als doppelt so groß wie der andere?" Kanada und USA, Australien und Indien, China und Brasilien, Saudi-Arabien und Mexiko? Professor Dr. Weiss dachte über jede der Optionen quälend lange nach, bevor er sich für A entschied. Es wäre B gewesen.

"Am Markt kriegen wir Ihr Modell jetzt nicht mehr verkauft", ätzte Günther Jauch. Der Professor sah das optimistischer: "Es muss noch verbessert werden."

Überhangkandidatin Moema Scocci Oberammergau plumpste von 2.000 auf 500 Euro. Von 4.000 auf 500 fiel auch ihre Nachfolgerin Verena Gargiulo aus Mössingen in Baden-Württemberg.

Luke Rothfuchs aus Köln ging mit 16.000 Euro. Ganz ohne Mathematik-Simulator erspielte Sören Henschel die höchste Summe des Abends: 64.000 Euro.

Quelle: teleschau – der mediendienst