Seit Donnerstag ist mit "Lena Lorenz" eines der beliebtesten ZDF-Formate wieder auf Sendung. Längst unverzichtbar geworden ist Eva Mattes, die auch in der zwölften Staffel der Serie wieder als Mutter der Hauptfigur von der Partie ist. In einem Interview zum Staffelstart mit "t-online" sprach die 71-Jährige ein strukturelles Problem der Schauspielbranche an. "Wir haben so einen Jugendzwang. Wir haben so einen Zwang von: Wir müssen unbedingt jung sein, und es geht immer nur um die Jugend", kritisierte Mattes.
Gerade Frauen in fortgeschrittenerem Alter haben es laut der einstigen "Tatort"-Kommissarin schwer, an Rollen zu kommen. "Es stimmt, dass man als Schauspielerin ab einem bestimmten Alter nur noch die Rolle der Mutter oder Großmutter angeboten bekommt", bestätigte Mattes. Gerade im Kino machte die Schauspielerin Nachholbedarf aus. Liebesgeschichten von älteren Frauen würden viel zu selten erzählt, bedauerte die 71-Jährige: "Diese Geschichten fehlen einfach noch zu oft. Dabei gäbe es genug davon zu erzählen."
Für Eva Mattes kommen Schönheitseingriffe nicht infrage
Kinoproduktionen vor allem nach den Bedürfnissen einer jungen Zielgruppe auszurichten, hält Eva Mattes für die falsche Strategie. "Die Jugend sowieso vor ihren Laptops und schaut andere Sachen", argumentierte die Schauspielerin gegenüber "t-online". "Ich glaube nicht, dass man die Jugend ins Theater oder irgendwo hineinbringt, bloß weil man etwas für die Jugend macht." Man müsse auch den demografischen Wandel und die damit verbundene, höhere Zahl an älteren Menschen im Blick behalten, so Mattes.
Immerhin: In Bezug auf ihren eigenen optischen Alterungsprozess hat Eva Mattes noch keine schlechten Erfahrungen machen müssen. "Mir wurde noch nie nahegelegt, für eine Rolle nach Botox oder so zu greifen", verdeutlichte der "Lena Lorenz"-Star. "Ganz im Gegenteil. Es kommen eher Kommentare wie: 'Gott sei Dank hast du bis jetzt nichts gemacht'." Das käme für Mattes ohnehin nicht infrage. Sie stehe zu ihrem Alter und wolle nicht künstlich nachhelfen, versicherte sie.
Quelle: teleschau – der mediendienst