Die Reformvorschläge der Rentenkommission beeindrucken Richard David Precht nur mäßig. Das machte der TV-Philosoph im ZDF-Podcast "Lanz + Precht" deutlich. Die von der Experten-Gruppe erarbeiteten Maßnahmen würden das "ganz große Problem, dass in 10, 15 Jahren zwei Arbeitende einen Rentner finanzieren", nicht lösen. Schon jetzt werde das Umlagesystem mit über 100 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt bezuschusst, "und das wird weiter steigen und steigen und steigen".

Dieses "massive strukturelle Problem" werde in dem Anfang der Woche überreichten Maßnahmenpaket nicht angegangen, monierte Precht: "Da steht nicht ein einziger spektakulärer struktureller Vorschlag drin."

Precht: "Sitzen in Eigentumswochnung, die ihre Eltern gekauft haben"

Prechts Podcast-Partner Markus Lanz widersprach der Lesart vehement: Er wolle "jetzt mal hart dagegenhalten", holte der ZDF-Talker aus. "Mir ist das alles zu apokalyptisch." Mut mache ihm vor allem die junge Politiker-Generation, die in seiner Sendung sitze und Probleme klar andressiere: "Die beschönigen nicht mehr, die reden nicht mehr um den heißen Brei herum, die sagen, was Sache ist." Als Beispiele führte Lanz den CDU-Abgeordneten Pascal Reddig, Junge-Union-Chef Johannes Winkel und den Juso-Vorsitzenden Philipp Türmer an (wiewohl der unter der Woche bei "Markus Lanz" nur bedingt mit Renten-Fachwissen glänzen konnte).

Precht zeigte sich von dem Plädoyer unbeeindruckt. "Auf den Putz zu hauen", habe schon immer der Rollenbeschreibung von Juso- und Junge-Union-Vorsitzenden entsprochen. Ein "Rentensystem, was für sie eine Vollkatastrophe ist", könnten sie aber nur dann verteidigen, "wenn sie in einer Eigentumswohnung sitzen, die ihre Eltern gekauft haben und sie das Problem nicht betrifft. Ansonsten müssten die alle schreien und sagen: 'Dieser Rentenkompromiss, den ihr da gefunden habt, der ist eine Bankrotterklärung für unser System, weil wenn wir weiter so wurschteln wie bis hierhin, werden wir alle keine Rente kriegen.'"

Die ganze Episode von "Lanz + Precht" gibt es unter anderem auf Spotify und Apple Podcasts sowie als Video-Podcast im YouTube-Kanal des ZDF.

Quelle: teleschau – der mediendienst