Was wie ein harmloses Döschen aussah, brachte vor allem Händler David Suppes in der neuesten Ausgabe des TV-Trödelkults "Bares für Rares" total aus der Fassung. Was machte ihn wohl so perplex? Auch im Expertenraum machte man's zunächst spannend. "Ich glaub, das wird hier heute ein schnelles Nümmerchen." Zu diesem Zeitpunkt ahnte Horst Lichter noch nicht, wie doppeldeutig Annika Raßbachs Ankündigung gemeint war.
Der Moderator betrachtete das kleine Ding neugierig aus der Entfernung: "Kleines schickes Döschen - was immer auch drin ist." Tja, was wohl? Ein gut gehütetes Geheimnis. Annika Raßbach ließ sich den Spaß nicht nehmen und machte es mit Augenzwinkern spannend: "Lass dich überraschen!" Die Neugier auf den ungewöhnlichen Fund wuchs damit erst recht.
Die Brüder Timo und Julian hatten den sogenannten "Cava-lier" mit ins Pulheimer Walzwerk gebracht. Entdeckt hatten sie das Kuriosum beim Ausräumen des Schreibtischs ihrer verstorbenen Großeltern in Portugal. Fast wäre die unscheinbare Dose damals im Müll gelandet. Dann lüftete die Expertin das Geheimnis: "Wir haben hier etwas Wunderbares, etwas Wichtiges, etwas Schützendes. Wir haben hier Verhüterlis - drei Stück an der Zahl."
Horst Lichter bei "Bares für Rares" völlig überrascht: "Dat sind Kondome?"
"Dat sind Kondome?" Horst Lichter zeigte sich sichtlich überrascht und freute sich über die Premiere: "Das ist das erste Mal bei 'Bares für Rares', dass wir Kondome auf dem Tisch haben." Gleichzeitig war er erleichtert, dass diese Exemplare neuwertig waren. Ganz, ganz früher seien Kondome tatsächlich aus Schafdärmen zusammengenäht worden, erklärte Annika Raßbach und konnte sich einen Spaß nicht verkneifen: "Da bekommt der Begriff Schäferstündchen eine ganz neue Bedeutung."
Mit den Produkten der Firma Fromms änderte sich das jedoch grundlegend. Das Unternehmen gehörte zu den Vorreitern bei nahtlosen Gummikondomen. Die vorliegenden Exemplare stammten vermutlich aus den 1950er- oder 1960er-Jahren. Für das historische "Fullset für die Liebe" prognostizierte die Expertin einen Wert von 30 bis 50 Euro. Für seinen ursprünglichen Zweck eignete sich der Inhalt zwar längst nicht mehr, als Sammlerstück sorgte er aber für umso mehr Gesprächsstoff.
Am Händlerpult dauerte es nicht lange, bis die kleine Dose große Augen verursachte. Als klar wurde, dass sich weder Silber noch Seife, Dichtungen oder Tabak darin befanden, reagierte vor allem David Suppes mit großen Augen: "Ich bin verstört!" Auch Fabian Kahl meinte, in all den Jahren schon fast alles gesehen zu haben. Historische Kondome hatten es bislang jedoch noch nicht in seine Hände geschafft. Eine ganze Reihe an zweideutigen Sprüchen später griff schließlich Anaisio Guedes zu und sicherte sich die Rarität für 40 Euro.
Ohrstecker bleiben weit hinter Erwartungen zurück
Nach dem kuriosen Auftakt wurde es deutlich wertvoller. Das nächste Objekt war ein Kleopatra-Collier aus Gelbgold, das der Großvater seiner Frau einst zum Hochzeitstag geschenkt hatte. Laut Expertise durfte sich der Verkäufer auf einen Erlös zwischen 6.200 und 6.600 Euro freuen. Alle Händler mischten engagiert mit. Am Ende setzte sich David Suppes durch und erhielt den Zuschlag für 6.450 Euro.
Als Nächstes funkelte erneut Schmuck im Studio. Ein Paar Ohrstecker stammte aus den 1980er-Jahren, doch die Qualität der Steine drückte den Wert erheblich. Deshalb schätzte die Expertin das Paar lediglich auf 1.600 bis 2.000 Euro. Der Verkäufer hatte auf deutlich mehr gehofft. No Deal.
Danach wurde es gemütlicher. Colmar Schulte-Goltz präsentierte eine Jugendstil-Teekanne samt Gestell und Stövchen, die um die Jahrhundertwende entstanden war. Trotz ihrer eleganten Erscheinung bestand sie aus unedlem Metall und wurde auf 100 bis 140 Euro taxiert. Vor allem Fabian Kahl hatte Gefallen an dem Ensemble gefunden. Er erhielt den Zuschlag für 100 Euro und würde sich künftig stilecht eine Tasse Tee einschenken können.
Schallplatte bringt Horst Lichter ins Schwärmen
Anschließend wurde es filigran. Eine Porzellangruppe mit einem Trio unter dem Apfelbaum ging auf einen Entwurf des französischen Künstlers Michel Victor Acier aus dem Jahr 1772 zurück. Gefertigt wurde diese Ausgabe in den 1930er-Jahren in der Porzellanmanufaktur Meissen. Mehrere Beschädigungen schmälerten den Wert der Figur jedoch. Fabian Kahl gab mit 400 Euro das Höchstgebot ab. Obwohl die Expertise zwischen 550 und 700 Euro gelegen hatte, entschieden sich die Verkäuferinnen für den Verkauf.
Zum Finale wartete noch ein echtes Sammlerstück. Horst Lichter zeigte sich begeistert: "Die erste Goldene Schallplatte, die ich in echt sehe." Ausgezeichnet worden war die TKKG-Folge 12 mit dem Titel "Nachts, wenn der Feuerteufel kommt", nachdem sie 1986 die Marke von 250.000 verkauften Tonträgern erreicht hatte. Die Schätzung lag bei 900 bis 1.300 Euro. Anfangs hielten sich die Gebote noch zurück, doch nach und nach bewegten sie sich in Richtung vierstelliger Beträge. Schließlich sicherte sich David Suppes mit 1.100 Euro seinen zweiten Deal des Tages.
Quelle: teleschau – der mediendienst