Dass man das erleben darf! Hohe Theaterkunst in der thailändischen Promi-Villa. Wo sonst vor allem Gezeter, Gekeife und ein Vokabular vorherrschen, für das man früher mit Seife den Mund ausgewaschen bekommen hätte, wurde plötzlich kunstvoll und dramatisch überhöht parliert. Denn Eric Stehfest, als Buchautor literarisch erfahren, hub an zur Adaption der vielleicht bekanntesten Tragödie der Welt und inszenierte eine "realitystische" Version von "Romeo und Julia". In den Titelrollen: der Stehfeste höchstselbst und - tataa - Maurice Dziwak.
Auf so eine Idee muss man erst mal kommen. Und Dilara Kruse, eher der unverblümten Intrige ("Eric muss weg") zugetan, guckte auch entsprechend verwirrt. Eric und der erstaunlich literarisch bewanderte "Löwe" Maurice fassten die Shakespeare'sche Vorlage auch für sie zusammen: zwei verfeindete Familien, Romeo und Julia, die sich lieben, aber nicht dürfen. Am Ende sterben beide. Das Ende in der Neuversion: Maurice: "Dann sterben wir beide." Eric: "Wenn, dann Arm in Arm." Maurice: "Hand in Hand."
Blieb die Frage: Wer ist Julia?
Großes Theater: Der Stehfeste und der Löwe geben "Romeo und Julia"
Man muss wissen: 1595, als "Romeo und Julia" vermutlich seine Premiere erlebte, wurden alle Frauenrollen von Männern gespielt. Deshalb war Maurices Ansage "Ich bin Julia, alles andere wäre eine Frechheit" historisch nachvollziehbar. Und die Chemie zwischen den beiden Hauptdarsteller:innen passte. Eric: "Wenn wir es schaffen, uns gegen unsere Familien zu stellen - wer weiß, was aus uns beiden hier vielleicht noch wird."
Der realitystische Hintergrund: Die verfeindeten Familien sind die Allianzen in der Villa. Eric steht mit seinen Getreuen, seiner Ex-Partnerin Edith Stehfest und seinem glühenden Fan-Girl Gina-Lisa Lohfink, der von der schwarzen Königin Dilara Kruse geführten Meute gegenüber. Diese weiß neben Löwe Maurice noch Sektdrossel Franzi Tenne und Muskelberg Kevin Wolter an ihrer Seite. Das Ziel von derer um Dilara: die Stehfests dezimieren und am besten erstmal Eric eliminieren.
Weil aber eigentlich, so Eric, er und Maurice eine "ganz intensive Beziehung miteinander" hätten und das mit ihnen "was ganz Besonderes sei", wurde Eric shakespearisch zumute.
Überraschung: Dilara Kruse und Franzi Temme sind Kapitäninnen
Die profane Reality zwischen der herzerwärmenden Tragödie ("Eines Tages werden wir uns wiedersehen! Ich schicke dir eine Taube!") ist schnell erzählt: Bei Tisch gab's Gezeter und Tränen bei Edith, weil Kevin sie anmaulte, sie solle bitte mehr aufräuemn ("Du kannst ja mal mitdenken"). Im Kapitänsspiel gab's Gekreisch wegen Kästen, in die man reingrapschen musste. Schaffte keiner richtig gut: es wurde kein müder Euro für die Zasterwand erspielt. Aber: Dilara und Franzi wurden trotzdem zu Kapitäninnen.
Damit wurde das Ende von Eric wahrscheinlicher. Das scharfe Schwert des Abschieds ahnend, wurde Julia Maurice ganz weich zu seinem Romeo. "Bitte gehe nicht." Aber der war entspannt: "Mach dir bitte keine Sorgen, Julia. Denn tief in mir drin ist eine Flamme der Liebe, die wahrscheinlich nie erlischt!"
Von solchen Flämmchen, ausgesandt von den Lieben daheim, zehrten die Promis dann bei den Grußbotschaften. Da erhob sich ein großes freudvolles Schluchzen und Weinen ob der guten Wünsche aus der Ferne, wie etwa dem herzlichen von Dilaras Ehemann Max: "Mach sie fertig!" Und Dilara ließ sich nicht lange bitten ...
Eric Stehfest wird übel ausgebremst
Sieben durch zwei geht nicht. Also wurde ein Player vor dem Exit-Game aus dem Spiel genommen. Dilara durfte entscheiden, und sie wählte Eric. Der war nicht nur beim Spiel zum frustrierten Zuschauen verurteilt, sndern stand damit auch vorab als erster Exit-Kandidat fest.
Da wusste auch Julia Maurice, was es geschlagen hatte. "Ich werd dich nicht vergessen, Romeo." Eric: "Ich sag dir eins, Julia: Am Ende gewinnt immer die Liebe." Maurice: "Bis in alle Ewigkeit." Romeo so leiden zu sehen, zerbreche ihm, also ihr, "innerlich das Herz".
Das Exit-Spiel brachte große Nüsse, die zu dritt über einen Parcours gewuchtet werden mussten und großes Wehklagen über die teilweise begrenzten Fähigkeiten der Protagonisten. Bei Team Gelb (Dilara, Kevin, Gina-Lisa) wuppte Kevin die Nüsse quasi alleine, bei Team Orange (Franzi, Maurice, Edith) quasi niemand. Gelb gewann klar - und neben Eric landeten auch Edith und Maurice auf der Rausschmiss-Liste.
Dilara Kruse triumphiert: Eric Stehfest fliegt raus
Echt tragisch: Die Versuche von Edith, sich für ihren Eric zu opfern, damit der vermeintlich Stärkere weiter für die Familienehre kämpfen könne, klappten nicht. Gina-Lisa wählte absprachegemäß Edith, aber Dilara und Kevin stimmten für Eric. Aus die Maus und raus der Eric.
Dilaras Plan hatte vollumfänglich geklappt. Das erkannte auch Julia Maurice: "Ich leb, er stirbt - 'Romeo und Julia ist aufgegangen." Der Abschied wurde im letzten Akt von Romeo theatralisch eingeleitet: "Was ich mir jetzt noch wünsche, ist ein letzter Kuss mit blutigen Tränen." Und wurde von Julia brutal neudeutsch geschrottet: Er könne sie am Allerwertesten "lecken".
So endete Erics Abenteuer unter Palmen recht einsilbig. Seiner Königin Edith raunte er noch zu "Kämpf für die Kinder", dann schritt er mit versteinertem Gesicht und rollendem Koffer von hinnen.
Der Rest ist Schweigen. Bis nächste Woche.
Quelle: teleschau – der mediendienst