Horst Lichter musste in der Montagsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" erstmal vorsichtig nachfragen: "Ist das Kunst?" Leider konnte ihm Sven Deutschmanek nicht weiterhelfen. Der erklärte ehrlich: "Ich bin am Hadern." Doch damit waren die beiden nicht allein. Auch der Verkäufer und die Händler gestanden: "Niemand hat's kapiert."
"Wow", stammelte Lichter, als er das "kuriose Ding" von Elias aus Kronberg auf dem Pult sah. "Ich bin ratlos und kann das für mich nicht einsortieren", gestand der Moderator und der Verkäufer hatte absolutes Verständnis. Er hatte das Objekt von seiner Mutter, die "einen Haufen Zeug angesammelt hat".
"Ich dachte, es wäre deutlich dekorativer", gestand Elias. Das rätselhafte Objekt hatte er von seiner Mutter übernommen, die es angesichts der vielen Enkelkinder lieber in Sicherheit wissen wollte. Doch auch er wusste nicht so recht, was er damit anfangen sollte. Sven Deutschmanek rätselte, ob es sich um ein medizinisches Lehrmittel handeln könnte.
"Glaube ich aber nicht", fuhr der Experte fort. Denn der Kopf mit roter Flüssigkeit hatte keinerlei Funktion. Auch der obligatorische Hersteller-Verweis auf Lehrmitteln fehlte. "Man kann mit diesem Stück nichts zeigen", so Deutschmanek: "Das ist ganz komisch". Für ihn war das Kuriosum nur ein Deko-Objekt aus den 1980er Jahren.
"Ist das das Stammhirn? Oder der Geschmackssinn?"
Die Konstruktion zeigte das Ventrikelsystem des Gehirns, das hier mit rotem Gehirnwasser gefüllt war. Deutschmanek konnte sich die Skulptur gut mit einer Lichtquelle vorstellen, um interessante Schattenmuster zu werfen. Auch Lichter vermutete, dass das rätselhafte Objekt lediglich als Grundlage für eine größere Installation gedacht war.
Der Wunschpreis des Verkäufers lag jedenfalls bei 100 Euro. "Einen richtigen Preis gibt es dafür nicht", meinte Deutschmanek und schätzte den Wert ähnlich ein, zwischen 80 und 120 Euro. Mit einem nachdenklichen "verrückte Geschichte" überreichte Lichter schließlich die Händlerkarte ...
"Leute, ich glaube, das ist Kunst", verkündete Christian Vechtel, nachdem er die ungewöhnliche Skulptur genauer unter die Lupe genommen hatte. Seine Händlerkollegen zeigten sich jedoch deutlich skeptischer. Daniel Meyer konnte mit dem Objekt wenig anfangen und rätselte laut über dessen Bedeutung: "Ist das das Stammhirn? Oder der Geschmackssinn?"
"Ich habe es immer noch nicht kapiert", gestand Meyer und Vechtel schmunzelte: "Niemand hat's kapiert." Meyer brachte noch eine weitere Theorie ins Spiel. Vielleicht sei das Ganze eine "Refill-Station, wo man Liköre zapfen kann?" Erst der Verkäufer erklärte, dass das Ventrikelsystem des Gehirns dargestellt war, in dem das Hirnwasser gebildet wurde.
Susanne Steiger kauft Brosche aus Roségold für 500 Euro
Danach eröffnete Händler Vechtel die Verhandlungen mit 80 Euro. Gemeinsam mit Fabian Kahl und Kollege Meyer trieb er den Preis schnell nach oben - sogar über die Obergrenze der Expertise hinaus. Bei 140 Euro erklärte Vechtel augenzwinkernd: "Gehirn kann man nie genug haben." Das schien auch Markus Wildhagen zu überzeugen, der daraufhin 150 Euro bot. Nach einem Duell mit Meyer erhielt Wildhagen schließlich bei 200 Euro den Zuschlag. Während Susanne Steiger, das Stück als "skurril" bezeichnete, kommentierte Vechtel augenzwinkernd: "Passt zu dir, Markus." Für den letzten Lacher sorgte aber Kahl, der unschuldig fragte: "Weil nur die Flüssigkeit da ist und das Gehirn fehlt?"
Als weiteres Objekt der Sendung wurde ein schönes Diamantarmband (1,5 Karat) von Heide Rezepa-Zabel nach Italien verortet. Für das Schmuckstück aus 750er Gold aus der Zeit zwischen 1955 und 1971 wünschte sich die Verkäuferin 3.400 Euro, geschätzt wurden 5.000 bis 5.500 Euro und Susanne Steiger zahlte 4.700 Euro.
Eine Vase aus Murano-Glas im Entwurf von Ercole Barovier datierte Bianca Berding Anfang der 1960er Jahre. Der Wunschpreis lag bei 400 Euro. Die Expertin Berding taxierte sogar 700 bis 1.000 Euro. Händler Daniel Meyer zahlte am Ende 700 Euro für das "Wasser-Objekt".
Heide Rezepa-Zabel datierte eine hübsche Brosche aus 585er Roségold mit Sicherheitskette und 0,4 Karat Diamanten im späten Jugendstil zwischen 1900 und 1910. Gewünscht wurden 400 bis 500 Euro. Die Expertin taxierte bei einem Goldwert von 300 Euro insgesamt 500 bis 600 Euro. Susanne Steiger zahlte 500 Euro.
Die weiße Dame von Persil, das bekannte Waschmittel der Firma Henkel von 1907, stammte von dem deutschen Künstler Kurt Heiligenstaedt (1922). Hier handelte es sich um eine limitierte Auflage von Hutschenreuther aus dem Jahr 1983. Der Wunschpreis lag bei 200 Euro. Bianca Berding schätzte 300 bis 400 Euro. Markus Wildhagen zahlte sogar 900 Euro.
Quelle: teleschau – der mediendienst