Bei Luftangriffen der USA und Israels auf strategische Ziele im Iran kam am Wochenende unter anderem das iranische Staatsoberhaupt Ali Chamenei ums Leben. Markus Lanz nahm die Eskalation in Nahost zum Anlass, am Montagabend in einer Sonderausgabe seines ZDF-Talks mit mehreren Experten über den Krieg zu sprechen.

Teil der Runde war Politikwissenschaftler Frank Sauer, der unter anderem den Zeitpunkt des Angriffs kritisierte. Letzterer habe "schon im relativ fortgeschrittenen Morgen" stattgefunden, monierte Sauer. "Der Samstag ist ein Arbeitstag. Normalerweise macht man das auch nachts, um die Zivilbevölkerung zu schonen. Und jetzt haben wir am helllichten Tag dieses Bombardement gesehen."

Zudem erklärte der Militärexperte: "Der Krieg ist völkerrechtswidrig - und zwar noch mal viel eklatanter als das, was wir in der Vergangenheit gesehen haben." Er verwies auf einen Vorgänger Trumps: "Bei Bush und dem Irak-Krieg 2003 hatten wir ja wenigstens noch den Versuch, eine völkerrechtliche Rechtfertigungs-Argumentation vorzulegen. Diesen Aufwand macht Trump gar nicht mehr." Für "die regelbasierte Weltordnung" sei dies "katastrophal", mahnte Sauer: "Andere schauen da hin und sagen: 'Ich brauche Nuklearwaffen, damit mir das nicht passiert.'"

Mit Blick auf die von Experten geäußerten Prognosen, "dass nicht mal dieses Regime, dass die Menschen da abschlachtet, dann beseitigt wird", bilanzierte der Politologe: "Typisch Trump, alles schlecht. Meine Vermutung ist, dass er sich in ein paar Tagen, Wochen davon abwenden, irgendwie einen Sieg deklarieren und sich dann irgendeinem anderen Debakel zuwenden wird."

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Quelle: teleschau – der mediendienst