Horst Lichter machte anfangs große Augen bei einem Objekt, das in der Freitagausgabe von "Bares für Rares" vor ihm landete. "Woher kenne ich den?", überlegte er. "John Bull. Sagt dir was?", half ihm Experte Detlev Kümmel auf die Sprünge. "Eine Allegorie auf das Königreich Großbritannien." Er präzisierte: "Die Personifizierung. Also eigentlich das Pendant zum Uncle Sam."
"Mag ich! Mag ich wirklich!", war Horst Lichter begeistert von der gewöhnungsbedürftigen Standuhr. "Ich finde, das ist außergewöhnlich verrückt!" Vor allem die hin und her schielenden Augen hatten es dem Moderator angetan: "Irre! Irre! Irre!" Marc aus Rheda-Wiedenbrück hatte die Uhr einst bei einem Online-Portal gekauft, weil sie so skurril aussah. Als Hersteller nannte Detlev Kümmel Bradley & Hubbard, "kurioserweise keine englische Firma, sondern wir sind in Connecticut in Amerika". Außerdem schätzte er: "Diese Uhr ist mit Sicherheit gefertigt worden in der Zeit so um 1900 bis 1910."
"Das ist aber ganz schön alt", meinte Horst Lichter. "Für über 100 Jahre sieht der Kollege noch verdammt gut aus." Ob dafür der Wunschpreis von 200 Euro machbar wäre?
"Bares für Rares"-Händler: "Mir würde er schlaflose Nächte rauben"
Der Experte fand: In dem Zustand waren 250 bis 350 Euro möglich. "Für den Gag ist das auch nicht zu viel, weil es ist ein schöner Gag", stimmte Horst Lichter zu und zückte die Händlerkarte.
Die erste Reaktion im Händlerraum: Entsetzen. "Gruselig" fand Liza Kielon die Figur, deren Augen unaufhaltsam im Sekundentakt nach rechts und links klappten. "Der ist schon skurril", ließ sich Julian Schmitz-Avila hypnotisieren. "Die Augen machen einen ganz durcheinander", wurde der Händler ganz wirr im Kopf. "Also mir würde er schlaflose Nächte rauben." Dem schlossen sich Liza Kielon und Lisa Nüdling an.
Einzig Walter Lehnertz kannte solche Uhren bereits. "Hässlich sieht der trotzdem aus, der Vogel", stimmte auch er der allgemeinen Abneigung zu. "Aber schöne Augen hat er. Die sind sehr beweglich." Das Startgebot von 80 Euro steigerte sich in Zehnerschritten, und plötzlich brach zwischen Jos van Katwijk und Walter Lehnertz ein Wettbieten aus. Mit 280 Euro behielt Lehnertz jedoch das letzte Wort: "Das dicke Ding geht in die Eifel."
"Bares für Rares": Rosenthal-Service wird zum Ladenhüter
Die weiteren Raritäten: Das limitierte Rosenthal Tee-Service von Paul Wunderlich aus dem Jahr 1986 war 500 bis 800 Euro wert. Die Verkäuferin hatte sich jedoch 2.500 Euro erhofft und behielt das Porzellan lieber.
Die Kragenbrosche mit Opalen von Robertson & Watt aus Dundee aus der Zeit um 1900 hatte einen Wert von 350 bis 450 Euro. Lisa Nüdling gab 300 Euro für das Schmuckstück aus: "Ich habe tatsächlich Kundinnen, die immer gerne Opale kaufen."
Die Säulenwaage aus Gusseisen aus der Zeit zwischen 1905 und 1915 war als Sammlerstück 300 bis 500 Euro wert. Für 160 Euro ging die Waage an Jos van Katwijk, was sich immerhin mit dem Wunschpreis der Verkäuferin deckte.
Die drei Kunstwerke von Günther Uecker aus der Zeit zwischen 1971 und 2008 hatten einen Gesamtwert von 1.800 bis 2.000 Euro. "Großer Name", wusste Julian Schmitz-Avila und blätterte 1.200 Euro auf den Tisch.
Der handgefertigte Silberbecher von Heinrich Brahmfeld aus Hamburg aus der Zeit zwischen 1743 und 1749 wurde auf 1.300 bis 1.500 Euro geschätzt. Julian Schmitz-Avila hatte bei dem Becher jedoch "Bauchschmerzen" und vermutete ein geringeres Alter. Bei 600 Euro bekam er trotzdem den Zuschlag.
Quelle: teleschau – der mediendienst