Nicht nur inhaltlich ist "Terminator: Die Erlösung" eine Mixtur aus Vergangenheit und Zukunft. Auch stilistisch eint diese Science-Fiction-Produktion die Zeiten. Es gab in den letzten Jahren viele Sequels, Prequels - eben Filme, die sich einer erfolgreichen Marke bedienen und diese ausschlachten. Im Falle von "Terminator - Die Erlösung" (Montag, 11. Mai, 20,15 Uhr, Kabel Eins) gelang dies. Ja, mehr als das: Er war präzise jener Actionfilm, auf den die Generation der 80er-Jahre lange Zeit gewartet hatte.

Dass es ausgerechnet der Regisseur Joseph McGinty Nichol, genannt McG, war, der diesen Film hinlegt, überraschte viele Beobachter. Zweimal "3 Engel für Charlie", dazu früher Videos für die MTV-Generation und für Modeketten. In seiner Filmografie als Produzent steht die TV-Teenie-Serie "O.C. California". Viel Buntes also. Aber: In "Terminator - Die Erlösung" ist nichts bunt.

Worthington und Bale sind ein Genuss

Nach einem kurzen Ausflug ins Jahr 2003 beginnt die Erzählung 2018. Der Krieg zwischen den Menschen und den Maschinen ist erwacht. Und in seinem Zentrum steht John Connor (Christian Bale). Klar: Wer noch nie einen "Terminator"-Film gesehen hat, wird sich schwertun mit der recht komplexen Figurenkonstellation. Nur wer die Geschichte von John Connor kennt und mit ihr die seiner Mutter Sarah Connor, einst gespielt von Linda Hamilton, wird die gesamte Faszination dieses neuen Films nachvollziehen können.

Auch wenn dieser Connor noch nicht der offizielle Anführer des Widerstands gegen die Maschinen ist, so steht er trotzdem schon an seiner Spitze. Sein Ziel: Er bekämpft die künstliche Intelligenz des Netzwerks Skynet, und er sucht nach Kyle Reese (Anton Yelchin) - jenem Mann, den er in einigen Jahren zurück durch die Zeit senden wird, damit er Sarah Connor beschützt. Dieser Kyle Reese wird mit Sarah dann ein Kind zeugen: John Connor. Bedeutet: Gelingt es John nicht, seinen Vater zu finden und ihn vor dem Zugriff von Skynet zu retten, ist sein eigenes Leben in Gefahr und damit der Erfolg des Widerstands.

Eine Schlüsselrolle kommt bei alldem Marcus Wright (Sam Worthington) zu. Einem Mann, der 2003 als Mörder hingerichtet wurde, aber seinen Körper der Forschung zur Verfügung stellte. Nun, 2018, taucht er plötzlich wieder auf. Der Zuschauer darf rätseln, welche Rolle er tatsächlich spielt. Dieser ambivalente Marc Wright ist es, der einen Großteil der Faszination des Films ausmacht. Es ist ein Genuss, Worthington und Bale, diesem fulminanten Männer-Duo auf Augenhöhe, zuzusehen.

Ein Actionfilm für die "Terminator"-Generation

Es ist eine intelligente, durchdachte und, sofern das überhaupt in diesem komplizierten Raum-Zeit-Geflecht möglich ist, logische Geschichte, die erzählt wird und die sich glänzend einfügt in die "Terminator"-Saga, die 1984 mit Arnold Schwarzenegger und dem Regisseur James Cameron ihren Anfang nahm. Dass der vierte Film der Reihe aber zu einem Meisterwerk wurde, hat vor allem auch formale Gründe.

"Die Erlösung" ist Action, Science-Fiction, aber verpackt in einem Look, der mehr an "Mad Max" denn an den legendären "Terminator 2" erinnert. Die vermeintlich moderne Seh-Kultur wird kaum bedient. Will sagen: Die Kameras halten auch mal still, der Schnittmeister wurde nicht zum alleinigen Erzeuger des Films. Wohl wurde viel mit Handkamera aufgenommen, und auch das bloße Tempo der Ereignisse ist ungemein hoch. Aber stellten sich eben alle, Crew, aber auch der Cast, in den Dienst der Story und des Ziels, einen Actionfilm für die "Terminator"-Generation zu machen. Jene also, die in den 80-ern mit Schwarzenegger und Stallone cineastisch eingeführt wurden.

Das Humorvolle, das Selbstironische, für das einst die bloße Existenz von Arnold Schwarzenegger sorgte, ist vollkommen verschwunden - von wenigen Ausnahmen abgesehen, in denen "Die Erlösung" vor allem verbal das Kinophänomen "Terminator" bedient: Die Schlüsselsätze kommen vor. Aber, viel wichtiger: Konnte sich jemand einen "Terminator" so ganz ohne Arnold Schwarzenegger vorstellen, der zur Zeit des Drehs noch Gouverneur von Kalifornien war? Auch dieses Problem wurde elegant gelöst,

Quelle: teleschau – der mediendienst