Bei "Markus Lanz" sprachen mehrere Veteranen unter anderem über die aktuelle Wehrpflicht-Debatte. Dabei gab Offizier Marcel Bohnert zu bedenken: "Am Ende geht es hier um unseren Wohlstand, unsere Freiheit, unsere Art zu leben - und da muss es eben Menschen geben, die dafür irgendwie auch gewillt sind, mehr zu geben." Lanz nickte: "Es geht auch um einen Mentalitätswandel im Zweifel." In dem Zusammenhang berichtete Veteran und Ex-Hauptfeldwebel Andreas Rückewoldt über die Schattenseiten, die sein Einsatz in Bosnien und im Kosovo mit sich brachte: "Mein Sohn hat mich (...) teilweise in einem sehr desolaten Zustand gefunden." Besonders "die moralische Verantwortung" habe ihn teils an seine Grenzen gebracht: "Das war, was mich am meisten zerstört hat - nicht helfen zu können, zum falschen Moment da zu sein."

Feldjäger Marc Hinzmann war derweil im August 2021 als junger Oberstleutnant in Kabul im Einsatz. Auch er offenbarte: "Ich wusste nicht, was da auf mich zukommen wird. (...) Vom Auftrag her war mir nicht klar, was ich dort vor Ort machen würde." Er erinnerte sich an die prekäre und chaotische Lage vor Ort und gab zu: "Das war total surreal. (...) Ich kam mir vor wie in einer ganz anderen Welt da." Lanz reagierte fassungslos: "Wie lange dauert es, bis man mit so etwas fertig ist?" Hinzmann antwortete ehrlich: "Manchmal nie. Also am Ende des Tages wird mich dieser Einsatz wahrscheinlich mein Leben lang in einer gewissen Art verfolgen."

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Quelle: teleschau – der mediendienst