Völlig geblendet von der Schönheit des Steins zögerte "Bares für Rares"-Händler Wolfgang Pauritsch nicht lange. Er schnappte sich das Schmuckstück und rannte aus dem Händlerraum ...

Der außergewöhnliche Edelstein begeisterte schon die Schmuckexpertin Dr. Heide Rezepa-Zabel bei der Expertise. "Aber Hallo!", ließ sich Horst Lichter vom Funkeln blenden. Dann leuchtete die Expertin mit einem Lämpchen auf den Rubin. "Oi, der glüht ja! Hammer!", staunte Lichter. Dann kam ihm die unmoralische Idee: "Wenn keiner hier ist, dann würde ich sagen, wir zwei machen uns jetzt damit auf ..." Doch da kam schon der Verkäufer an den Tisch geschritten.

Rubin beeindruckt Expertin

Michael aus Beverungen nannte ein paar Details zu seinem Erbstück: "Der gehörte meiner Mutter." Doch jetzt wollte er sich davon trennen: "Meine Frau möchte ihn nicht tragen, weil er ihr einfach zu pompös ist."

"Er ist beeindruckend. Mehr als das", stimmte Heide Rezepa-Zabel zu. Aus den 1960er-Jahren stammte die goldene Ringschiene, doch "darin befinden sich alte Steine, die aus einem anderen Zusammenhang genommen wurden". Die Trilogie aus dem Rubin und zwei Diamanten gefiel ihr: "Ich bin wirklich beeindruckt, vor allen Dingen über diesen wahnsinnigen Mittelstein." Den hielt sie für einen natürlichen Rubin "in einer sagenhaften Farbe, ein Himbeerrot".

"Unter meiner UV-Lampe fluoresziert er ja wirklich wunderschön", leuchtete die Expertin den Stein an. "Ich glaube, es ist ein alter Schliff, der vielleicht im 19. Jahrhundert gefasst war", fiel ihr "diese wunderbare, leuchtende Farbpracht" besonders auf. Auf jeweils ein Karat schätzte Rezepa-Zabel die beiden Altschliffdiamanten, den Rubin auf 3,5 Karat. Alter unbekannt: "Es kann Jahrhunderte zurückreichen."

"Wünsch dir was", forderte Lichter den Verkäufer auf. Der antwortete: "Ich wünsche mir mal 10.000 Euro." Lichter schluckte kurz, doch die Expertin sah den Wert sogar bei 11.000 bis 12.000 Euro. "Sehr gut", strahlte Michael.

Händler rennt mit Ring aus dem Händlerraum

Beim Öffnen des Kästchens konnte Wolfgang Pauritsch ein breites Grinsen nicht unterdrücken: "Ja, was haben Sie denn da Schönes mitgebracht?" Auch seinen Kolleginnen und Kollegen stockte der Atem: "Wow!"

Als er die Karatzahl hörte, steckte Pauritsch schnell den Ring an den Finger und rannte los. Die anderen schauten ihm hinterher. Doch kurz darauf kehrte Pauritsch reumütig in den Händlerraum zurück: "Entschuldigung. Das war jetzt so mein inneres Ich."

Elke Velten steckte den Ring ebenfalls an: "Wow! Wow! Wow! Sag ich da nur." Auch Daniel Meyer schwärmte: "Meine Güte, ist der schön!" Pauritsch startete mit 3.500 Euro, die sich schnell verdoppelten und sogar verdreifachten.

Denn Elke Velten hatte mit 10.500 Euro das letzte Wort und bekam den Zuschlag. "Ich bin so stolz auf mich!", jubelte sie über ihr Durchsetzungsvermögen bei der Verhandlung.

"Bares für Rares": Das waren die weiteren Objekte der Sendung

Welche Raritäten außerdem zum Kauf angeboten wurden: Den Wert der Deckelvase von Rosenthal aus dem Jahr 1910 mit einem Selbstbildnis von Peter Paul Rubens schätzte die Expertin auf 300 bis 500 Euro. Daniel Meyer gefiel das Objekt ausgesprochen gut, deshalb bezahlte er 500 Euro.

Die goldene Brosche mit Diamanten, Saphiren und einem Mondstein aus den 1950er-Jahren war 1.000 bis 1.200 Euro wert. Wolfgang Pauritsch kaufte das Schmuckstück für 1.100 Euro: "Die Kombination zwischen dem Mondstein, zwischen dem Diamant und dem Saphir, das ist sowas Magisches."

Die beiden Farbserigrafien von Albrecht Penck aus den 1990er-Jahren wurden auf 1.400 bis 1.800 Euro geschätzt. Wolfgang Pauritsch kannte den Künstler sogar persönlich, doch es war Jan Cizek, der mit 1.500 Euro das höchste Gebot machte.

Der Bronze-Wolf von Julius Starcke aus den 1920er- oder 30er-Jahren war 200 bis 300 Euro wert. Für 300 Euro ging der Wolf an Wolfgang Pauritsch. Der versprach: "Ich werde ihn gut füttern."

Quelle: teleschau – der mediendienst