Eine Katze, die Geige spielt, drei kleine Kätzchen, die fröhlich dazu tanzen ... "Bares für Rares"-Moderator Horst Lichter zeigte sich schwer angetan von dem beweglichen Spieluhr-Bild, das Giulia in seine Show gebracht hatte. "Ah nee, wat süß!", entfuhr es ihm, und er überlegte: Könnte das Ding etwa selbstgebastelt sein? Nö, wusste Experte Sven Deutschmanek. Solche Bilder von musizierenden Tieren (auch Hunden oder Äffchen) seien einst sehr beliebt gewesen und in Leipzig hergestellt worden, der einstigen Hauptstadt für Musikautomaten. Irgendwann habe man solche auch "für den Hausgebrauch und nicht ganz so teuer" produziert.
Ein solches "Katzenorchester" wie das vorliegende von circa 1900 habe man sich dann an die Wand gehängt, erklärte er, und Horst Lichter vermutete: "Im Kinderzimmer wahrscheinlich?" - "Wenn's brave Kinder waren", fügte Giulia hinzu. Sven Deutschmanek bestätigte Horst Lichters Vermutung. "Oder im Flur", glaubte er.
Mit einem Blick auf die Rückseite des Bildes erklärt der Experte, wie die papiernen Farblithografien auf der Vorderseite "tanzen" konnten: Kurbeln an der Seite setzten einen Mechanismus in Gang, der mittels kleiner Walzenspieluhr, Fliehkraftregler, Rad und Fäden die Glieder der Geige spielenden Katze und vor allem der tanzenden Kätzchen bewegte.
"Was fürs Herz!"
Auch Sven Deutschmanek fand das Objekt toll: "Das ist sehr, sehr süß", lobte er. Dennoch zweifelte er, dass Giulia ihren Wunschpreis von 600 Euro würde erreichen können: Er glaubte eher an 400 bis 500. "Ich würde trotzdem in den Händlerraum gehen", beschloss Giulia. Auch Horst Lichter ahnte: "Wenn die erst mal Spaß dran haben ..."
Die Spieluhr-Besitzerin war ebenfalls optimistisch: "Ich hoffe, dass jemand es kauft und auch mein Wunschpreis erfüllt wird." Und ja, auch im Händlerraum kam das Bild gut an: Daniel Meyer brachte die Spieluhr zum Laufen und tanzte ein wenig mit. "Sehr, sehr cool!", befanden die anderen. Und: "Das ist sehr schön!" Und die Komplimente rissen nicht ab: "Herzallerliebst", fand Susanne Steiger die Katzen, und Fabian Kahl war ähnlicher Ansicht: "Was fürs Herz!" Warum sie so etwas nicht behalten wolle? Giulia begründete es damit, dass sie drei Kinder habe, und Susanne Steiger ahnte: "Die streiten sich drum?"
"Verstehe. Es würde nicht überleben!", ergänzte Christian Vechtel und bot als Einstieg 300 Euro. Auch alle anderen männlichen Händler wollten das Spieluhr-Bild haben, das Giulia in der Hütte ihres Garten-Nachbarn gefunden hatte. Diese hatte der ihr geschenkt und gemeint, sie dürfe sich alles darin nehmen, was ihr gefiele.
Schnell schaukelten sich die Gebote hoch, und schon bei 650 Euro musste Giulia fröhlich kichern. "Da geht noch ein bisschen was", glaubte die nicht mitbietende Susanne Steiger und behielt recht: Satte 1.000 Euro zahlte Daniel Meyer am Ende. Doppelt so viel wie die obere Expertise! Giulia war "überwältigt" und "total glücklich": "Es war traumhaft!"
Quelle: teleschau – der mediendienst