Ein investigativer Film mit realen Konsequenzen: Mit der Dokumentation "Die Hunde-Mafia: How to kill a puppy & get rich" widmet sich ProSieben einem brisanten Thema. Die Reportage begleitet den Tierschutz-Aktivisten Nathan Goldblat bei seiner Ermittlungen in Rumänien. Im Fokus steht ein perfides System, das laut Recherchen ein millionenschweres Geschäft darstellt: Um die Zahl der Straßenhunde zu reduzieren, werden Tiere eingefangen und in sogenannte Tötungsstationen gebracht. Dort gilt eine Frist von 14 Tagen: Werden die Hunde in dieser Zeit nicht adoptiert, dürfen sie getötet werden. Für jedes Tier erhalten Betreiber im Schnitt rund 200 Euro. Schätzungen zufolge wurden seit den 2000er-Jahren mehr als 1,1 Millionen Hunde getötet.

Mafia-Strukturen?

Die Doku zeigt, wie Nathan Goldblat gemeinsam mit NGOs und Unterstützern vor Ort recherchiert, Beweise sammelt und Missstände dokumentiert. Während der Dreharbeiten kommt es zu einem Durchbruch: Videoaufnahmen belegen gravierende Verstöße gegen Tierschutzauflagen in einer privaten Einrichtung. Die Folge ist eine Kettenreaktion, die weit über den Film hinaus Wirkung entfaltet: Behörden schließen Anlagen, Tiere werden verlegt und Ermittlungen eingeleitet.

"Das alles ist eine Kettenreaktion nach der Schließung der privatisierten Tötungsstation im Februar, die geschlossen wurde aufgrund unserer Recherchen und unserer Anzeige, die wir mit der Tierärztin Emma Stratulat im Rahmen der Doku eingereicht haben", sagt Nathan Goldblat.

Die ProSieben-Reportage beleuchtet aber nicht nur die Missstände in einer Einrichtung, sondern auch die strukturellen Hintergründe. Goldblat beschreibt das System als profitgetrieben und spricht es offen aus: "Hier können wir von mafiösen Strukturen sprechen! Und hier geht es auch um Hunderte Millionen Euro nur in Rumänien." Besonders brisant: Auch EU-Gelder könnten indirekt in das System fließen, etwa über Subventionen für kommunale Aufgaben.

Ein zentrales Anliegen der Doku ist es, Aufmerksamkeit zu schaffen und politische Veränderungen anzustoßen. Goldblat formuliert seine Forderung klar: "Kastration statt Tötung." Und er verweist auf einen grundlegenden Widerspruch: "Es werden Millionen von Hunden gezüchtet, während zeitgleich Millionen von Hunden getötet werden."

Neben investigativen Einblicken zeigt "Die Hunde-Mafia" auch die Risiken der Recherche. Das Team wurde eigenen Angaben zufolge während der Dreharbeiten verfolgt und beobachtet. Es ist ein Hinweis auf die Brisanz des Themas und die Interessen hinter dem Geschäft.

Die Hunde-Mafia: How to kill a Puppy & get rich - Mi. 15.04. - ProSieben: 20.15 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst