Während die Welt auf die Straße von Hormus blickt und die dortige Blockade von Öltankern und anderen Frachtern, welche die Weltwirtschaft gefährden, geraten die Menschen im Inneren Irans in Vergessenheit. Zurückzuführen ist das auf die Sperrung jeglicher Kommunikation der Oppositionellen, westliche Berichterstatter werden im Landesinneren ohnehin nicht zugelassen. ARTE (ARTE F) versucht dennoch, so viel wie möglich zu berichten. An eine Serie von Berichten schließt sich nun ein weiterer aktueller Themenabend unter dem Titel "Krieg im Iran" an. Ein besonderes Augenmerk gilt den "Menschen im Krieg", so der Titel des in Erstsendung ausgestrahlten Films von Anne-Charlotte Gourraud (im Steam ab 16.06.).
Wie bereirs in ihrem ersten Film, Blutige Repression" im Januar 2026 liefert die Autorin Augenzeugenberichte aus einem isolierten Land. Damals wurde in gebotener Anonymität von Soldaten berichtet, die sich der Gewalttätigkeit gegenüber Oppositionellen verweigerten, aber auch von Ärzten, die tausende Verletzte versorgen mussten. In den Gängen der Krankenhäuser, so berichteten die Zeugen, wurden die Leichen von Menschen gestapelt, die sich gegen das Regime der geistlichen Führer (Mullahs) auflehnen wollten.
Nach tagelangen Massenprotesten, zunächst im Teheraner Basar, dann auf den Straßen und in den Universitäten, reagierten die Mullahs und ihre Armee, die Revolutionsgarden, mit unerbittlicher Härte, mit Massenverhaftungen, Schnellgerichten und Todesurteilen. Dennoch kämpft im Untergrund eine Opposition weiter, die in verschlüsselten Nachrichten und heimlich gedrehten Videos über den Zustand des Landes, über Folter und Repressalien berichtet.
WEenn die Welt wegzuschauen scheint
Inzwischen kommt allerdings angesichts der Enttäuschungen auch Verzweiflung auf. "Was bleibt, wenn die Straße leer ist, wenn die Netzwerke unterbrochen sind", so sagen die Protestierenden, "was, wenn die Welt wegzuschauen scheint?" Auch nach der Bombardierung der Residenz des Obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei und des Anführers der Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur und nach der Tötung weiterer Führer (Streitkräfte, Sicherheitsdienst) ist die Macht des Regimes so rigoros wie unerbittlich.
Der über mehrere Monate heimlich gedrehte Film zeige eine Generation, "die nicht aufgeben will", so die Autorin. "Es sind Dokumente von historischer Relevanz aus dem Herzen des Irans, erzählt von denjenigen, die es erleben."
Der Film wird flankiert von der Wiederholung des Zweiteilers "Irans heimliche Herrscher - Die Revolutionsgarden " (20.15 und 21.05 Uhr), sowie über die Bekämpfung des iranischen Atomprogramms, "Irans Atomprogramm im Visier". Der Film wurde nach den neuesten amerikanisch-israelischen Angriffen auf mehrere iranische Atomanlagen im März 2026 aktualisiert.
Iran: Menschen im Krieg - Di. 07.07. - ARTE: 21.55 Uhr
Quelle: teleschau – der mediendienst