"Ich bin in Kiel geboren und aufgewachsen, aber habe noch nie Sprotten probiert", gesteht Patrick (31) zum Auftakt von "Das perfekte Dinner" in der Ostsee-Metropole seine Unkenntnis des "Nationalgerichts". Dabei seien die berühmten Kieler Sprotten laut Steffi (42) gar nicht heimisch: "Sie müssten eigentlich 'Eckernförder Sprotten' heißen - in Kiel wurden sie immer nur verpackt und verschickt."

Neben dem Fun Fact hat die Gastgeberin aus Holtsee bei Kiel auch praktische Hinweise parat. Mit Plastikhandschuhen ausgerüstet ("Die Sprotten bleiben lange an den Händen"), erklärt sie der staunenden Runde die Handhabung der Fischlein: "Zuerst nimmt man den Kopf ab, dann locker zupseln und die Gräten flutschen raus." Der Vorführeffekt stimmt auch: Leider hüstelt Steffi kurz an einer Gräte. Lokal geprägt bleibt ihr Menü allemal - auch sprachlich.

Motto: Hommage an die Heimat

  • Vorspeise: Granat oder Knat oder Porren. Söök Di dat ut.
  • Hauptspeise: Een Viech ut de Narverschop. Mit wat Gröned, wat Geeled, wat Roted, wat Bruned un wer mach uk wat Schwated.
  • Nachspeise: Bist Du een Söötschnut oder nich? Dütt oder datt, för alle wat.

"Was schmeckt, ist eben Geschmackssache"

Obwohl die Physiotherapeutin und Osteopathin 13 Jahre in Berlin gewohnt hat, ist sie ihrer Heimat stark verbunden. Mit ihrer Mutter und Schnippelhilfe Helga (72) demonstriert sie schönstes Plattdeutsch: "Das ist Arbeit für jemand, der Vadder und Mudder umgebracht hat", kommentiert Helga das Kartoffelpürieren.

Von ihrer Mama habe sie das Kochen nicht gelernt, bestätigt Steffi - sondern vom "perfekten Dinner", das sie bereits seit 20 Jahren schaut. "Ich kann ganze Folgen zitieren." Eigentlich hatte sie sich schon vor fünf Jahren angemeldet, doch dann kam ihr Hochzeitstermin dazwischen. Steffi hätte verschoben ("Das 'Dinner' war vor dir da", erklärte sie ihrem Mann), doch der Rest ist Geschichte.

Ihren eigenen Auftritt gestaltet sie bewusst regional. Die Nordseekrabben mit den vielen Namen kommen an. Das beiliegende Tatar sei eigentlich keins, fügt Moritz (34) jedoch an, ergänzt von Jessica (29): "Lecker, aber halt Krabben, kennt man so." Immerhin: Der Rosenkohl zum Steak vom Galloway-Rind sei der "beste, den er je gegessen" habe, betont Moritz.

Beim Dessert - "dekonstruierter" Bratapfel mit dem norddeutschen Klassiker Fliederbeersuppe mit Grießklößchen - sind sich alle positiv einig. Und am Ende mit 29 Punkten für Steffi gilt die lakonische Weisheit ihrer Mutter: "Was schmeckt, ist eben Geschmackssache."

Quelle: teleschau – der mediendienst