Wo man nur hinblickt, sieht man am 11. März 2011 an der japanischen Küste Zerstörung. Die Häuser sind überflutet, abgebrannt, eingestürzt, die Menschen verloren und verzweifelt. Ein Erdbeben, ein Tsunami und die daraus resultierende Nuklearkatastrophe von Fukushima löschen über 22.000 Menschenleben aus und machen zwei Millionen obdachlos. Im August 2025 wütet ein Inferno im Süden Frankreichs und hinterlässt eine karge, ausgebrannte Region. Und währenddessen passiert schleichend und versteckt in den Tiefen der Weltmeere das nächste Unheil: Sogenannte Todeszonen rauben den Lebewesen den Sauerstoff zum Atmen und beginnen einen womöglich unaufhaltsamen Teufelskreis. Kann man diesen Naturkatastrophen überhaupt Herr werden? ARTE widmet dem Thema einen ganzen Abend und zeigt nacheinander die neuen Dokumentationen "Superbeben" (ab 20.15 Uhr auf ARTE und ab Samstag, 11. Juli, in der Mediathek), "Waldbrände verhindern, aber wie?" (ab 21.45 Uhr auf ARTE und bereits jetzt in der Mediathek zu sehen) und wiederholt den Zweiteiler "Heißzeiten" (ab 22.40 Uhr auf ARTE und ab Freitag, 24. Juli, in der Mediathek).

Betroffene erzählen in den Beiträgen eindrücklich, wie sie mit den Naturgewalten und ihren zerstörerischen Folgen umgehen, während Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die Hintergründe aufklären und Einblicke in ihre Forschung geben.

Der Klimawandel begünstigt katastrophale Naturereignisse

Besonders Extrembeben wie in Japan oder etwa das große Chile-Beben im Jahr 1960 - mit einer Stärke von 9,5 bis heute das schwerste je aufgezeichnete Erdbeben - und zuletzt das verheerende Erdbeben der Stärke 7,5 in Venezuela geben Forscherinnen und Forschern nach wie vor Rätsel auf. Doch egal, wie heftig die Erde bebt, vorhersagen oder gar kontrollieren lassen sich diese Katastrophen nicht, zeigt die Dokumentation "Superbeben" von Regisseur Fabian Wolf. Deutlich wird: Es kommt auf Prävention an. In Island, wo Erdbeben mehrmals im Jahr Vulkane ausbrechen lassen, werden etwa Wälle aufgeschüttet, um die heiße Lava aufzuhalten. In Japan ist die Architektur an die Gewalten der Erde angepasst, und Warnsysteme sollen den Bürgerinnen und Bürgern im Ernstfall entscheidende Sekunden verschaffen. In anderen Gegenden hoffen Menschen auf göttliche Hilfe.

Gegen Waldbrände lässt sich im Gegensatz dazu zwar mehr tun, doch der Klimawandel lässt diese Gefahr rasant wachsen. Hohe Temperaturen und lange Trockenphasen machen mehrere Gegenden in Europa zum Risikogebiet. Der Film "Waldbrände verhindern, aber wie?" von Eberhard Rühle begleitet Einsatzkräfte, die im Norden Spaniens einem regelrechten Inferno gegenüberstehen, griechische Feuerwehrleute, die in ständiger Alarmbereitschaft sind, und Forscher, die mit der Wissenschaft gegen die Flammen kämpfen.

Der Zweiteiler "Heißzeit" von Florian Breier und Dirk Gilson beleuchtet im Anschluss eine stillere Gefahr: Ständige Rekordtemperaturen machen den Planeten, wie wir ihn kennen, kaputt. Wärmere Ozeane lassen Tiere sterben, und auch an Land greift die Hitze das Leben an und begünstigt die so gefährlichen Waldbrände. Forscherinnen und Forscher blicken in dem Beitrag in die Vergangenheit, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Lässt sich die negative Entwicklung überhaupt noch aufhalten? Mit jeder Minute Untätigkeit wird es schwieriger, warnen Forscherinnen und Forscher. Die drei Dokumentationen zeigen eindrücklich: Der Mensch ist nicht Herrscher, sondern Gast auf diesem Planeten. Und sie gehen der Frage nach: Was kann und muss er ändern, wenn er Lebensraum und -grundlage nicht immer weiter an die zerstörerischen Naturgewalten verlieren will?

"Superbeben" - Sa. 25.07. - ARTE: 20.15 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst