Max Uthoff ist "gar nicht sauer" auf das ZDF, erklärt der Kabarettist im "Morgenmagazin". Vielmehr seien er und das restliche Team der Satiresendung "Die Anstalt" "wütend und aufgebracht" gewesen, weil die kurzfristige Ausladung von Danger Dan durch den Sender den "Arbeitsprozess" für die Macher des Formats "unfassbar erschwert" habe. "Die Texte lagen früh genug vor beim ZDF. Man hat Wochen gehabt, um da draufzuschauen. Und erst in letzter Sekunde wurde da das Seil gezogen."

Eigentlich hatten Danger Dan und Igor Levit mit ihrem Song "Keine Angst" in der 100. "Die Anstalt"-Ausgabe eine Diskussion zum Thema Widerstand gegen Rechtsextremismus anstoßen sollen. Doch das ZDF lud die Künstler kurzfristig wegen eines vermeintlichen Gewaltaufrufs aus.

"Das war auch enttäuschend unserem Künstler gegenüber, den wir einladen wollten, weil wir uns ja lange Zeit beschäftigt hatten mit dem Song", sagt Uthoff nun. "Vorher sind wir die Zeilen durchgegangen. Wir waren auch diejenigen, die das ZDF darauf aufmerksam gemacht haben, dass da ein paar Zeilen sind, die man kritisch betrachten muss." Geplant sei gewesen, die entsprechenden Stellen innerhalb der Sendung aufzuarbeiten.

Max Uthoff: Entscheidung kam "in wirklich allerletzter Sekunde"

"Die wollten wir piepen und einfach vorlesen, um ihnen ein bisschen die Wucht der Musik und der Inszenierung zu nehmen", offenbart der Satiriker. "Das ZDF schien davon eigentlich ganz angetan zu sein." Umso überraschender sei für die Macher der "Anstalt" gewesen, dass es "in wirklich allerletzter Sekunde" zur Ausladung der Künstler gekommen sei.

Uthoffs Kollegin Maike Kühl betont indessen, "wie fantastisch das ist in unserer Demokratie, dass wir anderer Meinung sein dürfen, dass wir diese Meinung äußern dürfen - sogar in dem Sender, mit dem wir die Meinungsverschiedenheit haben". Was geschehen könnte, "wenn wir diese Freiheit nicht mehr haben", sei Gegenstand der inzwischen im Streamingportal abrufbaren Sendung.

ZDF-Intendant Norbert Himmler räumt zu späte Entscheidungsfindung ein

Auch ZDF-Intendant Norbert Himmler hat inzwischen Stellung bezogen. Er verteidigte den Schritt des Senders, räumte zugleich aber Fehler bei der Entscheidungsfindung bei. "Die Kurzfristigkeit der Ausladung müssen wir uns vorwerfen lassen", erklärte Himmler gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". "Wir hätten früher die Grundsatzfrage stellen müssen, am besten schon vor der eigentlichen Einladung."

Die Haltung des ZDF in Sache und Anschauung rechtfertigt Himmler. Bei Danger Dans Lied "Keine Angst" habe man es seiner Ansicht nach "unzweifelhaft mit einer Gebrauchsanweisung zum linken, gewaltbereiten Widerstand zu tun, der in 'freundlichen Grüße' an linksextreme, zum Teil rechtskräftig verurteilte Gewalttäter mündet."

Im kontrovers diskutierten Songtext findet sich unter anderem auch die Zeile: "Lasst euch nicht erwischen, schaut nach Überwachungskameras. Nie ohne Handschuhe, nie 'nen Fingerabdruck hinterlassen". Die von Intendant Himmler angesprochenen "freundlichen Grüße" ertönt am Ende des Songs: "Ist eh klar, was zu tun ist, ich sag' nix mehr dazu / Liebe Grüße an Lina, Gucci, Maja und Nanuk".

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Quelle: teleschau – der mediendienst