Wer an Erzherzogin Sophie von Bayern denkt, dem kommt wohl zuallererst Vilma Degischer in den Sinn: In der berühmten Heimatfilmtriologie "Sissi" (1955 bis 1857) von Ernst Marischka verkörperte die 1992 verstorbene Schauspielerin Sophie als böse Schwiegermutter, die die blutjunge Kaiserin (gespielt von Romy Schneider) streng kritisierte und unter Druck setzte. Dieses Klischee hat sich in vielen Köpfen bis heute erhalten, obwohl es wohl bei weitem nicht der Realität entsprach, wie die neue Dokumentation "Die Kaisermacherin - Sisis Schwiegermutter Sophie" von Martin Koddenberg zeigt. ARTE zeigt den rund 50-minütigen Film am Samstag, 11. Juli, um 20.15 Uhr. Online ist er bereits ab Samstag, 4. Juli, abrufbar.

Ausgehend von historischen Dokumenten wie innerfamiliären Briefen und Porträts, die unter anderem am Wien Museum aufbewahrt werden, zeichnet der Film das Leben der jungen Adeligen Sophie von ihrer Geburt in München 1805 über ihren Einfluss als Mutter von Kaiser Franz Joseph I. bis zum Tod ihres Lieblingssohns Maximilian I. durch ein Erschießungskommando 1867 in Mexiko nach.

Von der Lieblingstochter zur ehrgeizigen Kaisermutter

Sophie, so erfährt man, war die Lieblingstochter von Max I. Joseph, der mit seiner Frau Karoline von Baden insgesamt 13 Kinder hatte: "Wir wissen aber nicht, was dazu geführt hat, dass sie diesen besonders guten Draht zum Vater hatte", erklärt die Historikerin Britta Kägler von der Universität Passau. Vielleicht, so vermutet sie weiter, habe Sophie dadurch ihre "besondere Nähe zu politischer Entscheidungsfindung oder überhaupt Interesse an politischen Fragen" entwickelt.

Fakt ist, dass die junge Frau früh ein Pflichtgefühl gegenüber ihrer Familie und dem Königshaus entwickelte. Aus diesen Gründen heiratete sie 1824 auch Franz Karl, den sie wohl nicht wirklich liebte. 1830 wurde ihr gemeinsamer Sohn Franz Joseph geboren, den Sophie mit ihrer Entschlossenheit schließlich zum "perfekten Herrscher" für Österreich machte.

Direkt im Anschluss an die Dokumentation "Die Kaisermacherin - Sisis Schwiegermutter Sophie" richtet ARTE den Blick auf Sophies berühmte Schwiegertochter: Die Dokumentation "Sisi - Die Getriebene" aus dem Jahr 2019 erzählt in rund 50 Filmminuten von ihren letzten Lebensjahren. Für die Titelrolle in der wie so oft mit vielen Spielszenen ausgekleideten Dokumentation konnte Regisseur Stefan Ludwig die Schauspielerin Sunnyi Melles gewinnen. In der Mediathek steht "Sisi - Die Getriebene" ab Freitag, 10. Juli, bereit.

Die Kaisermacherin - Sisis Schwiegermutter Sophie - Sa. 11.07. - ARTE: 20.15 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst