Laut Peter Leibinger ist die von der Regierung angekündigte Entlastungsprämie in Höhe von 1.000 Euro nicht mehr als "ein etwas untauglicher Versuch, die angespannte Situation der Privathaushalte zu entlasten". Wie der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie im "heute journal" erklärte, sei die steuer- und abgabenfreie Prämie durch den Arbeitgeber "nicht zu Ende gedacht".

Leibinger stellte klar: "Die allermeisten Firmen befinden sich nicht in der guten wirtschaftlichen Situation wie kurz nach Corona, als ein massiver Aufschwung stattgefunden hat und damals die 3.000-Euro-Prämie von vielen bezahlt werden konnte." Der BDI-Chef mahnte: "Das Ganze wird verpuffen. Die allermeisten Unternehmen sind wirtschaftlich so unter Stress, dass sie keine Prämie bezahlen können." Eigentlich, betonte Leibinger, müssten derartige Maßnahmen im Vorfeld mit der Industrie "abgesprochen" werden. "Um zu sehen: Hat das eine Chance, realisiert zu werden?"

"Wenn wir einen wettbewerbsfähigeren Standort hätten, würden wir auch wieder wachsen in Deutschland"

Auch auf die allgemeine wirtschaftliche Lage im Land blickte Peter Leibinger im Gespräch mit Dunja Hayali besorgt. "Wir sind seit Jahren in einer Situation, in der die Produktion in Deutschland schrumpft. In der die deutsche Industrie - und das ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft - massiv unter Druck ist." Ursache hierfür seien "nicht die äußeren Umstände", betonte der 58-Jährige, "sondern die äußeren Umstände machen es schwieriger".

"Wir sind unglaublich stark", stellte Leibinger klar. "Wenn wir einen wettbewerbsfähigeren Standort hätten, würden wir auch wieder wachsen in Deutschland." Die Bundesregierung müsse gemeinsam mit der Industrie und der Gesellschaft die Frage nach einem "Reformgesamtkonzept" stellen. "Was wir bisher sehen, ist Stückwerk", befand der BDI-Vorsitzende, der selbst CDU-Mitglied ist. Zudem seien die bisherigen Maßnahmen lediglich "eine Reaktion auf die äußeren Umstände".

Quelle: teleschau – der mediendienst