"Oh, das ist ein ganz alter", ahnte Horst Lichter in der Freitagsausgabe der ZDF-Trödelshow sofort, dass es sich bei dem Teddy um eine Antiquität handeln könnte. Verkäuferin Mareike kam im Auftrag ihrer Oma: "Die hat den damals bekommen, das müsste um 1942 oder so sein. Da war sie noch ein kleines Kind." Außerdem wusste sie: "Das hat ihr Vater wohl für sie mitgebracht."
"Sie meinte, sie hat ihn sehr geliebt", erklärte Mareike den stark bespielten Zustand. "Und jetzt soll er weg?", wunderte sich Horst Lichter. Mareike nickte: "Sie ist sehr großer 'Bares für Rares'-Fan." Die Oma frage seit vielen Jahren, "ob der Bär nicht mal mit mir hierhin könnte", und jetzt war für Mareike der Moment gekommen. Ein Schätzchen war der Teddy auf jeden Fall, wie Annika Raßbach feststellte.
Der Teddybär, einst benannt nach Theodore Roosevelt, stammte aus dem Hause Steiff. "Ist das ein Steiff? Wow!", staunte Horst Lichter. "Hier haben wir einen wirklich klassischen Teddybären aus der ersten Zeit. Wir haben das wunderschöne Mohair-Plüsch aus der Angoraziege", schwärmte Raßbach.
Allerdings funktionierte das Brummen nur beim Schütteln des Bären. "Wie alt ist der denn?", fragte Lichter. Kleine Fähnchenreste am Knopf im Ohr wiesen auf die Zeit zwischen 1922 und 1925 hin. "100 Jahre alt! Wahnsinn", seufzte Lichter. Einzig die Nase wurde über die Jahrzehnte erneuert.
3.000 Euro für einen 100 Jahre alten Teddybär?
"Wie viel Geld wünscht sich die Omi denn dafür?", fragte Lichter die Verkäuferin. "Die Oma meinte, um die 3.000 Euro, da wäre sie schon sehr happy mit", meinte Mareike. Mit einer Schätzung von 2.500 bis 3.000 Euro hielt die Expertin den Wunschpreis für angemessen.
Im Händlerraum ging allen das Herz auf. Mittels Schütteln wollte Julian Schmitz-Avila das Brummen hören, doch Friedrich Häusser mahnte: "Julian, nicht so doll, der Kopf ist nicht so fest." Wolfgang Pauritsch startete mit 100 Euro. Anfangs kamen die Gebote nur schleppend in Fahrt. Bei 280 Euro wollte Sarah Schreiber die Expertise wissen. "Was ist denn Ihre Vorstellung?", fragte Friedrich Häusser nach der Schmerzgrenze. Mareike meinte: "Mit 2.800 Euro würde ich auch noch gehen."
Mehr als 2.300 Euro wollte jedoch niemand bieten. "Ich kann das alles verstehen und würde das Ihnen auch gönnen", fällte Mareike eine Entscheidung. "Aber ich glaube, meine Oma ist dann zu traurig." Häusser ließ den Teddy nur ungern wieder ziehen: "Es tat mir jetzt ein bisschen weh."
Erleichtert über die Entscheidung hielt Mareike den Teddy im Arm: "Wir zwei haben jetzt schon so eine lange Reise hinter uns, vielleicht bleibt er auch bei mir." Der ideelle Wert war eben doch unbezahlbar.
"Bares für Rares"-Händler wird zum Versuchskaninchen: "Boah, tut das weh"
Verkauft wurden hingegen zwei Türgriffe aus Bronze aus den 1970er-Jahren in Form antiker Münzen mit einem Gesamtwert von 600 bis 800 Euro. Susanne Steiger kaufte die beiden schweren Stücke für 1.100 Euro und hatte einen anderen Verwendungszweck im Sinn: "Es werden Hanteln."
Collier und Brosche von Christian Dior aus dem Jahr 1961 sahen edel aus, waren jedoch nur Modeschmuck und 600 Euro wert. Friedrich Häusser machte mit 320 Euro das höchste Gebot und übertraf damit den Wunschpreis des Verkäufers.
Zwei Haarschneidemaschinen von Alcoso Solingen aus den 1960er-Jahren wurden auf 50 Euro geschätzt. Die 50 Euro legte Wolfgang Pauritsch auf den Tisch und musste anschließend als Testobjekt herhalten. Ein echter Friseurbesuch wäre ihm lieber gewesen: "Boah, tut das weh."
Die Tischleuchte "Capriccio" mit einer Tänzerin aus Porzellan von Gustav Oppel aus dem Jahr 1919 hatte einen Wert von 300 bis 400 Euro. Da höhere Gebote ausblieben, bekam Sarah Schreiber bei 200 Euro den Zuschlag.
Die Silber-Kompottschale mit Glaseinsatz aus der Zeit um 1900, hergestellt vermutlich von Hermann Südfeld in Wien, bewertete die Expertin mit 1.300 bis 1.500 Euro. Wolfgang Pauritsch inspizierte die Schale: "Silberwert an die 1.000 Euro, Expertise 1.500 Euro - wir starten bei 500 Euro." Doch Susanne Steiger schnappte sich das Objekt für 1.450 Euro.
Quelle: teleschau – der mediendienst