Schmuck, Silber, Porzellan - vieles hat das "Bares für Rares"-Händlerteam schon gesehen. Bei einer Rarität in der Freitagsausgabe der ZDF-Trödelshow wussten sie allerdings, um was es sich dabei handelte. Und genau diese Frage stellte sich Horst Lichter: "Was hast du denn da für ein Ding mitgebracht?" Das wusste Harpo aus Delmenhorst selbst nicht, als er die Rarität auf dem Flohmarkt entdeckte.

"Ich bin ein Fan von Braun und plötzlich fing auf dem Flohmarkt ein Regen an", erzählte er. "Das musste alles ganz schnell gehen." Erst nach dem Kauf stellte er zu Hause fest: "Das ist ein mobiler Wäschetrockner von Braun." "Bares für Rares"-Expertin Annika Raßbach machte den Funktionstest und bestätigte: "Der funktioniert noch!" Bereits 1974 brachte die Firma die Innovation heraus: "Da hat man sich gedacht: Mensch, wir brauchen noch was für unterwegs, damit wir die Wäsche trocknen können."

Das ging sowohl mit heißer als auch kalter Luft, "laut Herstellerangaben bis zu sieben Hemden gleichzeitig". Allerdings nannte die Expertin auch Gründe, warum die Produktion des "Drymatic" schon bald wieder eingestellt wurde. Männer auf Geschäftsreise, die im Hotel Hemden trocknen wollen, müssten sie ja vorher waschen. Raßbach meinte: "Zu der damaligen Zeit war es dann doch einfacher, die Straße runterzugehen und die Hemden zur Wäscherei zu bringen." Immerhin: "Es gibt nicht so viele am Markt."

Ob "Bares für Rares"-Händler Wildhagen für diesen Kauf tatsächlich Prügel bezog?

Horst Lichter gefiel das kuriose Haushaltsgerät: "Gott sei Dank hat man es mal gemacht, sonst wäre es heute nicht hier." Den Wunschpreis von 100 Euro konnte Annika Raßbach bestätigen. "Das Ding wird auch gehandelt? Was es nicht alles gibt", überreichte Lichter die Händlerkarte.

Im Händlerraum enthüllte Markus Wildhagen das Objekt und grinste Friedrich Häusser vielsagend an: "Weißt du, was das ist?" Aus dem Hintergrund rief Walter Lehnertz: "Ein Müllsack!" Wildhagen klärte auf: "Nee, das ist zum Trocknen!" Er war ziemlich angetan: "Das ist schon irre!"

"Ich hab so eine Tüte noch nie gesehen", meinte Lehnertz. Christian Vechtel bot immerhin 40 Euro an. Markus Wildhagen kam eine spontane Idee: "Ich hätte beinahe gesagt, ich schenke das meiner Frau statt Blumen. Aber die haut mir das um die Ohren." Der Spaß war es Wildhagen dann doch 60 Euro wert. "Wir haben ja schon viel hier gesehen, aber so einen Tütenwärmer noch nicht", freute sich Lehnertz noch immer über das ungewöhnliche Objekt.

Wildhagen wollte den Wäschetrockner seiner Frau überreichen: "Ich werde das heute Abend mit nach Hause nehmen, und ihr könnt morgen in der Zeitung davon lesen. Weil sie mir das um die Ohren gehauen hat." Christian Vechtel sah schon die Schlagzeile: "Mann verprügelt in Düsseldorf!"

"Bares für Rares": Wertvoller Diamant wird zum Ladenhüter

Was sonst noch verkauft wurde: ein Design-Servierwagen von Aldo Tura aus den 1960er- oder 70er-Jahren mit einem Schätzwert von 250 bis 350 Euro. Markus Wildhagen ließ sich auf 200 Euro hochhandeln, nachdem die Gebote sonst sehr zögerlich kamen.

Ein Porzellansuppenteller von KPM aus dem Jahr 1909 stammte von der Yacht "SMY Hohenzollern" von Kaiser Wilhelm II. und hatte einen Wert von 400 bis 500 Euro. Christian Vechtel bezahlte sogar 510 Euro: "Das hat sowas Historisches. Das ist relativ selten."

Ein Goldarmband mit einem Türkis aus der Zeit zwischen 1870 und 1890 wurde auf 3.800 bis 4.000 Euro geschätzt. Für 3.400 Euro bekam Susanne Steiger das außergewöhnliche Schmuckstück.

Das Tintenfass in Schlangenform aus dem Jahr 1895 von William Hutton & Sons aus London war 800 bis 1.000 Euro wert. Friedrich Häusser ließ sich von seinen Kollegen nicht überbieten und schnappte sich die Rarität für 650 Euro.

Der Ring mit zwei Karat Diamanten aus den 1970er-Jahren wurde auf 1.400 bis 1.600 Euro geschätzt. Doch die 1.200 Euro, die sich der Verkäufer vorstellte, wollte niemand bezahlen. Also nahm er den Ring wieder mit.

Quelle: teleschau – der mediendienst