Nach 35 Jahren neigt sich das Kapitel dem Ende zu: Miroslav Nemec (71) und Udo Wachtveitl (67), bekannt als Batic und Leitmayr, verabschieden sich vom "Tatort". In München feierte nun ihr letzter Fall mit dem Titel "Unvergänglich" Premiere. Geplant ist die Ausstrahlung als Doppelfolge, an Ostersonntag und Ostermontag (5./6. April 2026). Damit haben die Schauspieler 100 Episoden der Kult-Krimiserie ins Fernsehen gebracht.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der oberste Dienstherr der bayerischen Polizisten und laut eigenen Aussagen "bekennender 'Tatort'-Fan", überreichte ihnen daher - und weil sie "ein realistisches Bild von der Polizeiarbeit" vermittelt hätten - nach der Filmvorführung offiziell ihre Ruhestandsurkunde.

Ständchen zum "Tatort"-Abschied von Nemec und Wachtveitl

Die Kommissare bedankten sich mit einem Ständchen bei ihrem Publikum und fassten ihre 35 "Tatort"-Jahre mit ihrem selbst gedichteten Lied "Am Sonntag um Viertel nach acht", zur Melodie von Hans Albers' "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" zusammen.

"So stark ändert sich das Leben gar nicht", sagte Wachtveitl, der als Kommissar Franz Leitmayr Berühmtheit erlangte. Schließlich hätten er und Nemec (Kommissar Ivo Batic) auch in den letzten Jahrzehnten bereits acht Monate im Jahr andere Projekte verfolgt als einen "Tatort" zu drehen - "und jetzt sind es eben zwölf Monate".

Die beiden Schauspieler, die auch vom Münchner Polizeipräsidenten Thomas Hampel und zwei Polizeipferden verabschiedet wurden, freuten sich darüber, dass sie "mätzchenlos durch diese 35 Jahre" gekommen seien und in ihren "Tatorten" stets die Fälle im Mittelpunkt der Geschichten gestanden hätten und nicht die persönlichen Befindlichkeiten der Ermittler.

Der Assistent als Nachfolger

Ihre Nachfolger stehen schon bereit: Ferdinand Hofer, als Kalli Hammermann inzwischen vom ewigen Assistenten zum Kommissar aufgestiegen, ermittelt nun an der Seite von Carlo Ljubek als SEK-Schichtleiter Nikola Buvak. Zwei Filme haben die beiden bereits abgedreht, die Ausstrahlungstermine waren jedoch zunächst unklar.

Den Unterschied zu den früheren Kollegen bemerke man "deutlich an der Haarfarbe", sagte Hofer der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Premiere in der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF): "schwarze Haare und nicht mehr graue".

Der Kulturdirektor des für den Münchner "Tatort" verantwortlichen Bayerischen Rundfunks, Björn Wilhelm, rechnete vor, dass das Ermittler-Duo seit ihrem ersten Fall im Jahr 1991 rund 814 Millionen Zuschauer erreicht habe - und das nur mit den Erstausstrahlungen ihrer Fälle am Sonntagabend im Ersten.

Marke von einer Milliarde Zuschauern "sicher geknackt"

Mit den Wiederholungen seien es noch viel mehr. "Die Milliarde habt Ihr sicher geknackt", sagte Wilhelm. "Ihr habt Fernsehgeschichte geschrieben. Das klingt groß und das ist groß." Daher seien die beiden wie der Titel ihres letzten Falles: "unvergänglich".

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