Sie besangen seine Ankunft aus vollen Kehlen. Kurz nachdem Prinz William am späten Abend des 21. Juni 1982 um 21.03 Uhr zur Welt gekommen war, wurde nicht nur vor dem St. Mary's Hospital in London von begeisterten Royalisten gesungen. "It's A Boy!", schallte es im ganzen Land - und so schrien es auch am nächsten Morgen die Headlines von den Boulevardzeitungen: "Es ist ein Junge!" Schon die Geburt von William war besonders und sein Leben wurde außergewöhnlich - das skizziert nun auch die dreiteilige ARD-Doku "William - Schicksalsjahre eines Thronfolgers" nach.
Prinz William war das erste Enkelkind der Queen, das in einem öffentlichen Krankenhaus zur Welt kam. Und es war das erste Enkelkind, das am Tag nach der Geburt von den glücklichen Eltern vor dem Krankenhaus offiziell der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Beides hatte Williams Mutter Lady Diana veranlasst - und sich damit gegen Queen Elizabeth II. und die jahrhundertealte Tradition der royalen Hausgeburt in königlichen Residenzen durchgesetzt. Eine frühe Irritation in der Beziehung zwischen Queen und Schwiegertochter Diana. Es sollte nicht die letzte bleiben.
Im Doku-Dreiteiler geht es indessen in erster Linie um Prinz William und darum, wie er in dem Irrsinn, der sich rechts und links von ihm und den Augen einer sensationslüsternen Öffentlichkeit abspielte, überhaupt zu einem normalen Menschen gedeihen konnte.
"Mein Vater wird König sein - er ist besser als deiner!"
Nach dem Jubel und der Trubel der frühen Jahre des Prinzen machte sich seine Großmutter, Königin Elizabeth, zunehmend Sorgen. Das putzige "Baby William" drohte, sich zum Problemkind zu entwickeln. "Er war aufsässig, er war lautstark", berichtet die Königshaus-Expertin Leontine von Schmettow in der Doku. "Er hat sich auch mal geprügelt." Kurz: Der Prinz brüllte rum und war ein kleiner Brutalo, der sich den Spitznamen "Schläger William" ("Basher Wills") mit Handgreiflichkeiten verdiente.
Und ein Angeber war er auch. Historikerin Tessa Dunlop: "Einmal hat er mit einem Schwert rumgefuchtelt und schrie: 'Mein Vater wird König sein - er ist besser als dein Vater! Ich bin ein Prinz!'"
Im Königspalast herrschte öfter dicke royale Luft - auch wegen William
Im Palast herrschte häufiger dicke Luft. Nicht nur immer häufiger wegen der kriselnden Beziehung der Eheleute Charles und Diana, sondern auch wegen des Kindermädchens. Denn so abgöttisch Diana auch ihre Buben liebte, am meisten hatte Kindermädchen Barbara Barnes mit den Prinzen William und Harry zu tun. Sie wurde zur Vertrauensperson der Kids, so sehr, dass diese abends zu "Baba" zum Kuscheln ins Bett krochen.
Einen "Ersatzmutter-Status" wollte Diana der Nanny aber nicht zugestehen. Sie veranlasste, dass "Baba" gekündigt wurde. Angeblich wurde ihr sogar eine letzte Umarmung mit den Jungs verwehrt. William litt angeblich extrem dem Abschied. Aber sie wurde wohl auch zum heilsamen Schock. Denn der Prinz legte seine Störrigkeit ab. Und er hielt "Baba" stets in Gedanken. Als William 2011 seine Catherine heiratete, lud er sein ehemaliges Kindermädchen zur Hochzeit ein.
William wandelte sich. Auch notgedrungen. Denn Anfang der 1990er-Jahre wurde der Prinz mit noch nicht mal zehn Jahren auf tragische Weise gezwungen, schnell vernünftig und erwachsen zu werden. Die Ehe seiner Eltern zerbrach. Und damit das bislang zumindest formell behütete Leben.
Die drei jeweils 25 Minuten langen Teile von "William - Schicksalsjahre eines Thronfolgers" sind ab Freitag, 28. Mai, in der ARD-Mediathek zu sehen - und am Stück als einstündiger Film am Montag, 1. Juni, 20.15 Uhr im Ersten.
Quelle: teleschau – der mediendienst