"I Can't Help Myself" ist der größte Hit der Kelly Family. Er war noch erfolgreicher als "An Angel", ist nämlich der einzige Nummer-eins-Hit der Band in Deutschland. Angelo Kelly, heute 44, schrieb den Song 1996. Darin beschreibt er, wie hilflos er gegenüber seiner Liebe ist: "Ich kann einfach nicht anders, als dich zu lieben."

Aber wenn er im Zusammenhang mit dem großen Hit an die Zeitschrift "Bravo" denkt, kann er einfach nicht anders: Er ist heute noch darüber sauer, was ihm die Redaktion damals antat. In der neuen Dokumentation "70 Jahre Bravo - Das große Jubiläum", die RTL am Sonntag, 17. Mai, ab 20.15 Uhr über drei Stunden lang zeigt, verrät der Musiker: "Deswegen bin ich immer noch nachtragend."

Im Interview mit der "Bravo" berichtete Angelo damals ausführlich über den Song, der ihm so viel bedeutete. Er hatte ihn für ein Mächen geschrieben. Der jüngste Kelly-Spross war verliebt! Und zwar in Kira Harms, die später auch seine Frau wurde und mit der er heute fünf Kinder hat. Kein Wunder, dass Angelo das Lied so wichtig war. Umso schockierter war er, als er dann den Bericht darüber in der "Bravo" las. Da stand fälschlich, er habe das Lied für seinen Vater komponiert.

"Am Anfang hat uns 'Bravo' gutgetan, langfristig aber auch geschadet"

Angelo war stocksauer. Er habe sofort die damals zuständige "Bravo"-Redakteurin angerufen und sich beklagt: "Wie konntest du mir das antun? Wie kannst du so was schreiben?" Er echauffiert sich noch in der Erinnerung über die Sinnlosigkeit des "Bravo"-Textes - schließlich geht es im Lied-Text eindeutig nicht um eine Vater-Sohn-Beziehung, denn es heißt da übersetzt: "Küss mich, errege mich, sag nicht Lebewohl. Umarme mich, liebe mich, sag nicht Lebewohl."

Die Redakteurin habe sich in Angelo Kellys Erinnerung kleinlaut entschuldigt und den Schuldigen offenbart: "Der Chef hat's geändert." Der habe, so schildert es Kelly, erklärt, man könne die tatsächliche Aussage nicht drucken: "Die Mädels denken, er hat ne Freundin. Das geht nicht."

Die Story war ein erster Hinweis darauf, dass in der Symbiose zwischen aufstrebender Pop-Band und führendem Jugendmagazin nicht immer alles Gold war, das glänzte. Natürlich förderte die massive Berichterstattung der "Bravo" die Bekanntheit der Kelly Family. Aber das hatte auch Schattenseiten. Als die von "Bravo" entfachte "Kellymania" grassierte, konnten sich die Familienmitglieder in der Öffentlichkeit ohne Bodyguards nicht mehr blicken lassen. Angelo in der Doku in der Rückschau: "Am Anfang hat uns 'Bravo' gutgetan, langfristig aber auch geschadet."

Quelle: teleschau – der mediendienst