Eine Nachricht von der tatsächlichen Nummer des eigenen Kreditkartenunternehmens wirkt erst einmal unverdächtig. Das dachte sich auch Amira Aly, die mitten in der Nacht via einer Textnachricht, die vermeintlich von American Express kam, dazu aufgefordert wurde, einem Kryptounternehmen 9.500 Euro zu überweisen. "Wenn Sie das nicht waren, rufen Sie jetzt hier an", habe da gestanden - und das im gleichen Chatverlauf, in dem sämtliche tatsächliche Transaktionen aufgelistet waren, die sie freigegeben hatte.

"Der Chatverlauf war halt da, mit den ganzen Zahlungen, und ich hab' trotzdem diese Nummer angerufen", sagt Aly in einem Videopost auf Instagram, mit dem sie ihre Follower vor Betrugsmaschen warnen möchte. "Und was soll ich euch sagen: Ich habe alles geglaubt, was der gesagt hat." Dass ihr Handy gehackt worden sei und ihr Bankkonto möglicherweise nicht mehr sicher wäre. Sogar über das Kryptounternehmen, das das Geld angeblich angefordert hatte, habe der falsche American-Express-Mitarbeiter Auskunft gegeben.

"Ich schäme mich so sehr für meine eigene Dummheit"

Auf Anraten des Mannes habe sie dann überprüft, ob ihr Geld noch da sei. Danach sei ihr ein Sicherheitsfonds angeboten worden, in den sie ihr Geld in Sicherheit bringen könne. "Gott sei Dank war ich nicht so blöd", so Aly weiter. "Ich habe währenddessen nach und nach Geld überwiesen an eine andere Bank von mir." Das habe ihrem Gesprächspartner am Telefon nicht gefallen, weil das ebenfalls gefährlich sein könne.

Weil der Anrufer immer noch ihr Vertrauen hatte, folgte sie schließlich seinem Rat, ihr Online-Banking lieber zu sperren. "Das habe ich dann auch gemacht. Zur Krönung habe ich dann auch noch mein Handy zurückgesetzt." Denn: Wer sich in ein Handy einhacken kann, könnte ja allen möglichen Unfug damit treiben. Neu aufsetzen konnte Aly ihr Handy nicht, weil sie sich nachts in einem Hotelzimmer befand. Selbst am nächsten Tag konnte sie nicht mit ihrer Bank über den Vorfall reden, weil sie ohne ihr Handy ihre Identität nicht nachweisen konnte.

Erst ein Gespräch mit ihrem Partner habe dazu geführt, dass ihr gedämmert sei, dass der Mann am Telefon en Betrüger war. "Ich stehe jetzt hier und weiß nicht, ob mein Geld weg ist", sagt sie etwas ratlos wirkend. Möglicherweise habe der Mann sie dazu gebracht, ihr Online-Banking zu sperren, "weil er selbst schon drin war".

"Ich schäme mich so sehr für meine eigene Dummheit", zeigt sich die Moderatorin reumütig. "Und ich dachte immer, wer ist so doof und glaubt so was." In den Kommentaren bedanken sich ihre Follower für ihren Mut, diese Geschichte öffentlich zu teilen. "Cool, dass du es teilst! Hilft bestimmt einigen noch mehr aufzupassen in Zukunft", schreibt ein User.

Quelle: teleschau – der mediendienst