Sie gehört zu jenen Schauspielerinnen und Schauspielern, denen gegenüber die Öffentlichkeit mitunter ungerecht ist. Was sie aber auch selbst mitverschuldet hat. Sie traf einmal die Entscheidung, in "Forrest Gump" mitzuspielen. Das ist die Teilschuld von Robin Wright. Dazu kamen, dass der Film ein Welterfolg wurde, und zweitens die Trägheit der Menschen, die sie seither immer wieder mit dieser einen Rolle, Jenny Curran, in Verbindung bringen. Dabei hat die US-Schauspielerin, die nun ihren 60. Geburtstag feiert, nach "Gump" nicht nur in manch anderen angesehenen Filmen und Serien mitgespielt, vor allem aber hatte sie schon eine Karriere davor.

Ihr Schauspieldebüt gab Robin Wright, die schon mit 14 als Model gearbeitet hatte, mit der Serie "Kampf um Yellow Rose", wo sie 1983 in einer Folge neben Cybill Shepherd und Sam Elliott zu sehen war. Internationale Bekanntheit erlangte sie durch den Soap-Hit "California Clan", bevor Rob Reiner sie mit dem hochgelobten Fantasy-Spektakel "Die Braut des Prinzen" (1987) zum Leinwandstar machte. Die Arbeit mit bedeutenden Regisseuren sollte zu einer Konstante in ihrer Arbeit werden. Wright drehte unter anderem mit Barry Levinson "Toys", mit Anton Corbijn "A Most Wanted Man", mit David Fincher "Die Verblendung" und mit Robert Zemeckis nicht nur "Forrest Gump".

Was auch auffällt: Öfter spielte Wright in einem Darsteller-Ensemble die zweite als die erste Geige. Den Aufstieg in die Superstar-Riege Hollywoods verschaffte ihr weder die Aufmerksamkeit, für die ihre Ehe mit Kollege Sean Penn gesorgt hatte, noch die beachtliche Anzahl an Blockbustern, in denen sie mitwirkte - wenn auch gleichfalls in der zweiten Reihe. Hier ragen - neben "Forrest Gump", natürlich - "Unbreakable - Unzerbrechlich" mit Bruce Willis hervor, ebenso die "Wonder Woman"-Filme, wo Wright die Amazonanführerin General Antiope spielte, und das Remake "Blade Runner 2049" mit Ryan Gosling und Harrison Ford als Zugpferde der Mammut-Produktion.

Karrierehöhepunkt mit TV-Serie

Vielleicht brauchte Wright das Fensehen, um erstens dem Schatten von "Forrest Gump" zu entrinnen und zweitens als Charakterdarstellerin wahrgenommen zu werden. Mit dem Serienhit "House of Cards" fand sie schließlich das Projekt, das all das und noch mehr in die Wege leitete. Zu dem "Mehr" gehören auch die Auszeichnungen, die sie für ihre Darstellung der manipulativen und machthungrigen US-Präsidenten-Gattin Claire Underwood erhielt, darunter ein Golden Globe. Und: Nach dem Rauswurf von Hauptdarsteller Kevin Spacey wegen Missbrauchsvorwürfen spielte Wright in der sechsten und finalen Staffel die alleinige Hauptrolle. Zur Präsidentin war Claire da schon längst aufgestiegen.

Die Rolle in "House of Cards" wurde in Robin Wrights Karriere zum Gegengewicht von Jenny Curran in "Forrest Gump". Los wurde sie die wilde Jenny aber nicht. Der beste Beweis: Als sie, Tom Hanks - er spielte in "Gump" die Titelrolle - und Robert Zemeckis 2024 das Drama "Here" vorlegten, war die Reaktion der Öffentlichkeit bezeichnend. Der Film hatte mit dem anderen wenig zu tun, außer den Beteiligten, trotzdem galt er als "Forrest Gump"-Reunion. Andererseits: Warum sollte Wright ihre Paraderolle loswerden wollen? "Gump" hat immerhin einen besonderen Platz nicht nur in ihrer Karriere, sondern auch in ihrem Herzen. Es sei ein Film, sagte sie 2024 in einem Interview mit der "New York Times", "für den ich immer sentimentale Gefühle haben werde".

Quelle: teleschau – der mediendienst