Der Komödie "Zur Sache, Schätzchen" (1968) hat Uschi Glas ihren Durchbruch in der Filmwelt zu verdanken. Ein Freifahrtschein für weitere Rollen war der Film damals aber nicht. Ganz im Gegenteil: Wie die Schauspielerin nun im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" verriet, fühlte sie sich damals sogar systematisch ausgeschlossen. "Das lag an meiner politischen Haltung. Ich wollte mich von niemandem vereinnahmen lassen, von keiner Seite", blickte die 82-Jährige zurück. "Der Junge Deutsche Film war komplett links."

Dieser Druck innerhalb der Filmszene auf die damals 24-Jährige habe sie als sehr belastend wahrgenommen: "Ich hätte meine Seele nicht verkaufen können. Ich fühlte mich wirklich erpresst." Weil sie einigen prägenden Filmemachern von damals klargemacht habe, "dass ich mir weder ein Arafat-Tuch umwickle noch den Kommunismus oder die DDR bejuble", sei sie "draußen" gewesen. Genau das hätten ihr die Regisseure damals auch offen kommuniziert.

Das erinnert Uschi Glas in der heutigen Zeit an die 68er

Stattdessen fand Uschi Glas in kommerziellen Unterhaltungsfilmen ihr Zuhause. Zwar sei es ihr stets wichtig gewesen, "gute Filme" zu drehen und "interessante Rollen" zu verkörpern, gleichermaßen betonte die Mimin im Interview auch: "Ich habe meinen Beruf nie zur Selbstverwirklichung ausgeübt. Das war auch mein Einkommen." Dass viele der Filme, in denen sie damals mitspielte, als "Opas Kino" diskreditiert worden seien, sei laut Glas "zu Unrecht" gewesen. Schließlich seien das Filme gewesen, "die beim Publikum großen Anklang fanden".

Außerdem zog Uschi Glas im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" eine Parallele der 68er-Zeit zur Gegenwart. Zur ständigen Debatte, ob man im öffentlichen Raum denn noch seine Meinung äußern dürfe, befand sie: "Was im Moment politisch los ist, ist mir überhaupt nicht fremd. Vieles davon erinnert mich an die 68er."

Quelle: teleschau – der mediendienst