Die meisten Schauspielerinnen wären glücklich, es auch nur einmal geschafft zu haben, immerhin ist die Rolle des Bond-Girls kaum weniger als förderlich für eine Karriere. Maud Adams schaffte das Kunststück nicht nur einmal, sie durfte zweimal die Agenten-Reihe als Bond-Schönheit bereichern, zuerst in "James Bond 007 - Der Mann mit dem goldenen Colt" (1974) und dann neun Jahre später - und wieder an der Seite Roger Moores - in "James Bond 007 - Octopussy", den VOX nun am 23. Mai, ab 20.15 Uhr wieder ausstrahlt. Wie sehr aber konnte die Laufbahn der schwedischen Schauspielerin von diesen illustren Auftritten profitieren?
Maud Adams blieb das ewige Bond-Girl, trotz Rollen vor, dazwischen und nach den "James Bond"-Filmen. Die Vereinnahmung zeigt sich schon darin, dass die Macher von "James Bond 007 - Im Angesicht des Todes" (1985) sich der "Octopussy"-Darstellern erinnerten und sie für eine kleine Rolle, kaum größer als ein Statistenauftritt, in dem Agentenfilm besetzten. Es war eine Verbeugung vor dem früheren Bond-Girl, aber auch ein Spaß, den man sich erlaubte - und über den sich auch Adams amüsierte. "Es ist ein Geheimnis", sagte sie über die Szene, in der man sie schon mal leicht übersehen kann. "Wenn ihr mich seht, sagt mir Bescheid, wann und wo."
Von ihrer Rolle als Bond-Girl einen Steinwurf entfernt, war auch Adams' Gastauftritt 1989 in einer Folge der Spionage-Serie "In geheimer Mission", die die legendäre 1960er-Serie "Kobra, übernehmen Sie" fortsetzte und auch mit den "James Bond"-Filmen einiges gemeinsam hat - von bösen Buben, die die Welt vernichten wollen, angefangen, bis zu den unerschrockenen Agenten, die sie retten wollen. Dass Agent Bond der ewige Begleiter in ihrer Laufbahn bleiben sollte, störte Adams allerdings nie: "Wenn ich zurückblicke, dann gehören die Bond-Girl-Erinnerungen zu den schönsten in meiner Karriere", sagte sie 2018 in einem Interview für das französische Fernsehen.
Maud Adams' ruhiges Leben nahe Hollywood
"Schöne Erinnerungen" - allerdings mit kleinen Abstrichen. Denn der große Durchbruch in Hollywood sollte Adams nie gelingen - trotz oder vielmehr wegen "James Bond". Sie wirkte in einigen profillosen Spielfilmen mit und erregte allenfalls etwas Aufsehen mit Gastauftritten in der einen ("Walker, Texas Ranger") oder deren ("Die wilden Siebziger") US-Serie. Ein später Erfolg sollte ihr immerhin mit einer Dauerrolle in der schwedischen Seifenoper "Vita lögner" gelingen - derselben Serie übrigens, in der ein gewisser Alexander Skarsgård ("The Northman") seine ersten größeren Schritte als Schauspieler machte.
Heute ist es still um die 81-Jährige. Wenn die Karriere in Hollywood auch nicht so verlief, wie sie es sich vielleicht ausgemalt hatte, lebt sie heute wenigstens nahe der Traumfabrik. In Beverly Hills, wie es heißt, führt sie mit ihrem Mann, dem Richter Charles Rubin, ein ruhiges Leben abseits des Lärms von Film-Fließband-Produktionen und Blitzlichtgewittern. Rubin ist seit 1999 ihr Ehemann, zuvor war sie von 1966 bis 1975 mit dem Fotografen Roy Adams verheiratet. Von ihm hat die 1945 im schwedischen Luleå geborene Maud Solveig Christina Wikström ihren Nachnamen, den ihre zwei Bond-Girl-Rollen berühmt gemacht haben.
Quelle: teleschau – der mediendienst