Eine ehemalige FBI-Mitarbeiterin muss sich als Stripperin verdingen, um das Geld für einen Sorgerechtsstreit gegen ihren kriminellen Ehemann zu verdienen. Die Geschichte in "Striptease", die zumal auch von einem ebenso korrupten wie sexsüchtigen Senator handelt, ist doch recht hanebüchen. Allerdings hatte sie auch etwas zu bieten, das für viele Zuschauer allzu verlockend sein würde: Nacktheit, noch dazu die Nacktheit einer der bekanntesten Hollywood-Schauspielerinnen jener Zeit, vor 30 Jahren, als der Film in die Kinos kam. Das machte alle Kolportage wett und versprach einen immensen Kassenerfolg. Weshalb die Gage, die Demi Moore für ihre reißerisch-reizende Hauptrolle erhielt, 12,5 Millionen US-Dollar, eine mehr als lohnende Investition schien.
Moore selbst wird es nicht allein ums Geld gegangen sein, als sie die voraussehbar polarisierende Rolle im "Enthüllungsdrama" von Andrew Bergman ("Freshman", 1990) angenommen hatte. Immerhin war sie längst ein erfolgreicher und bestens verdienender Hollywoodstar, was war da schon die eine oder andere Million Dollar für Film und Rolle mehr oder weniger. Es sei denn, der "Ghost - Nachricht von Sam"-Darstellerin ging es um den Bestwert, immerhin waren die 12,5 Millionen Dollar die höchste Gage, die eine Schauspielerin bis dahin verdient hatte. Kein Rekord ist zu verachten, Rekorde sorgen für Einträge in Geschichtsbüchern, und auch Moore hatte sich ihren für eine Weile gesichert.
12,5 Millionen Dollar - großer Schritt für die Frauen
Die 12,5 Millionen Dollar stehen weniger für den persönlichen materiellen Erfolg einer Schauspielerin in Konkurrenz mit anderen Schauspielerinnen, sie zeugen eher für den ideellen Erfolg im Kampf der Frauen für Gleichberechtigung in einer - damals und heute noch - ungerechten Gesellschaft. Moore war zur Zeit von "Striptease" mit Bruce Willis verheiratet - auch er Schauspieler, auch er erfolgreich, der aber doch weitaus mehr pro Film verdiente als seine Frau. Diese Lücke wollte Moore mit der "Striptease"-Gage geschlossen wissen - aus dem einfachen Grund der Fairness. "Es ging nicht darum, mich mit ihm zu messen", sagte sie 2024 in einem Interview" mit "Variety". "Es ging eher darum: 'Warum sollte ich das nicht auch bekommen? Wenn ich doch genauso viel arbeite, warum nicht?'"
Insofern, ja, steht Moores Gehalt bei "Striptease" für einen feministischen Meilenstein. Eine Frau, das macht diese Geschichte deutlich, wurde für die gleiche Arbeit ähnlich entlohnt wie ein Mann. Mit ihr als Vorreiterin wurden mit der Rekordgage "die Rahmenbedingungen für alle Frauen verändert", sagte Moore stolz. Doch nicht alle sahen das so, nicht wenige behaupteten sogar, Moore habe mit "Striptease" dem Feminismus nicht genützt, sondern eher geschadet. Denn welche Rolle spielte sie in dem Film, so das Argument der Kritiker? Doch wohl eine Frau, die sich vor der Kamera auszieht und also für einen voyeuristischen Blick hergegeben wird. "Weil ich eine Stripperin spielte", so fasste Moore die Vorwürfe zusammen, die sie sehr bedrückten, "hatte ich die Frauen verraten."
Quelle: teleschau – der mediendienst